Wernigerode

15-Jährige schießt in Harzer Schule um sich

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Foto: Die 15-Jährige wurde kurz nach dem Unfall von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Wernigerode - Ein 15-jähriges Mädchen hat am Dienstagmorgen mit einer Schreckschusspistole in einer Schule in Wernigerode um sich geschossen und dabei einen Jungen verletzt. Der 14-Jährige erlitt bei dem Vorfall ein Knalltrauma, wie die Polizei in Magdeburg mitteilte.

Schüler stürmten aus Angst vor einem Amoklauf aus dem Klassenzimmer. Andere verharrten geschockt. Einem Jungen gelang es, die 15-Jährige auf dem Flur zu überwältigen. Er nahm ihr die Waffe ab. Das Motiv des Mädchens war zunächst unklar, auch die Herkunft der Schreckschusswaffe.

Die Polizei evakuierte die Schule und durchsuchte das Gebäude. Der Unterricht wurde in allen Klassen abgebrochen. Ersten Ermittlungen zufolge war das Mädchen eine Einzeltäterin. Die 15-Jährige habe nicht auf den Jungen gezielt, sagte die Polizeisprecherin. Es handelte sich bei der Tat nicht um einen Amoklauf wie zunächst befürchtet, hieß es. Der verletzte Schüler wurde in ein Krankenhaus gebracht. Psychologen vom Kriseninterventionsteam boten am Ort Hilfe an.

Gegen 11.00 Uhr standen laut Augenzeugen vor der Schule viele besorgte Eltern und Großeltern, um Schüler abzuholen. Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot am Ort. Die 15-Jährige wurde von der Polizei in Gewahrsam genommen und befragt.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll das Mädchen eine Wiederholungstäterin sein. Bereits im November 2011 soll sie in einem Gymnasium im benachbarten Ort Ballenstedt ein Feuer gelegt und einen Amoklauf angekündigt haben.

Die Schülerin, die damals in die 8. Klasse ging, war mit vier Messern und einer Axt in das Gymnasium eingedrungen. Im Erdgeschoss hatte sie zwei Brände gelegt, anschließend ging sie mit einem Messer auf einen Mitschüler los. Eine Lehrerin erlitt damals einen Schock.

dpa

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