Landesfest in Duderstadt

150.000 Besucher beim Tag der Niedersachsen

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Foto: Der sogenannte „Anreischke“, ein Wahrzeichen aus Duderstadt, geht beim Trachten- und Festumzug mit.

Duderstadt - Beim 32. „Tag der Niedersachsen“ präsentierten sich am Wochenende Vereine, Verbände, Unternehmen und Institutionen aus dem ganzen Land auf acht Bühnen und elf sogenannten Festmeilen im gesamten Stadtgebiet. Höhepunkt war der Umzug mit 3000 Trachtenträgern aus dem ganzen Bundesland.

Wir müssen doch etwas gegen das Wetter machen“, sagte eine Helferin der Landfrauen bereits am Sonnabend beim 32. „Tag der Niedersachsen“ in Duderstadt, als es nur vereinzelt schüttete und der sehr viel nassere Sonntag noch bevorstand. Motto auf dem sonnengelben T-Shirt: „Wir wohnen auf dem Land, nicht hinter dem Mond“ – sturmfest und erdverwachsen, sozusagen.

Die Frauen verkaufen auf einem Parkplatz neben dem Busbahnhof Kaffee und Kuchen, an vielen Ständen werden Kindern bunte Luftballons in die Hände gedrückt, man kann klettern, hüpfen, malen und den Dutzenden Musikern wie Laith Al-Deen oder Jürgen Drews zuschauen. Nur die Bundeswehr passt farblich nicht so ganz in die bunte Reihe und warb in Tarnfarben um Nachwuchs.

Es war voll in Duderstadt an diesem besonderen Wochenende. 150. 000 Besucher drängten sich durch das Westertor mit seinem herrlich verdrehten Dachstuhl, bestaunten das Rathaus oder die vielen anderen restaurierten Fachwerkgebäude, die Duderstadt wie eine Kulisse für einen Historienfilm erscheinen lassen.

Viele wollen etwas ändern in der Region, einer hat die Mittel. „Das hat der Schossi gut hingekriegt“, sagt ein Besucher, der das abendliche Lichterspiel am Rathaus mit offenem Mund bestaunt. Der Schossi, das ist Hans-Georg Näder. Wer im Eichsfeld Schossi sagt, muss nicht sagen, wen er meint. Näder ist Chef von Otto Bock. Das Unternehmen stellt medizinische Produkte her, Prothesen, auch Rollstühle, und ist der mit großem Abstand wichtigste Arbeitgeber der Region.

Näder gilt vielen Menschen der Region als Mäzen. In der Vorwoche hatte er Peter Maffay in die Stadt geholt. Und es gilt als sicher, dass die eigentlich klamme Stadt ohne den „Premiumsponsor“ Otto Bock dieses teure Landesfest nicht stemmen könnte.

„Duderstadt – Stadt voller Bewegung“: Das Motto des Landesfests findet sich auch im Keller eines Fachwerkgebäudes am Stadtwall, abseits des Trubels. Gerhard Hülfenhaus zeigt hier Besuchern etwas, das es draußen nicht mehr gibt. Der Eisenbahn-Club Eichsfeld hat die Strecke von Duderstadt bis nach Wulften aufgebaut – in H0-Spurbreite. „Wir haben alles gegeben, dass die Strecke bis zum Fest fertig wird“, sagt Hülfenhaus.

Viele Duderstädter sind stolz, dass sie ihre schöne Stadt den Besuchern aus dem ganzen Land zeigen können. Und überlegen, was der „Schossi“ wohl als nächstes machen wird.

Gerd Schild

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