Hilfsaktion überfordert Tierschützerin

20.000 Mini-Pullover für Pinguine

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Schutz gegen Ölpest: Aktivisten fangen die Tiere ein, säuberen sie und stülpen ihnen dann Pullover über, um ihr Gefieder vor dem Ölschlick zu bewahren.

Hamburg - Bunte Mini-Pullover für ölpestbedrohte Pinguine bringen eine Tierfreundin aus Hamburg zur Verzweiflung. 20.000 Exemplare haben Tierschützer bereits gestrickt und schicken fortlaufend weitere Hilfspakete in die Hansestadt.

„Ich weiß nicht mehr, wohin mit den Pullovern“, sagt die Reisebüroleiterin Angelika Regenstein dem „Hamburger Abendblatt“. Bei der gut gemeinten Hilfsaktion für Pinguine kamen mehr als 20 000 Pullover in sämtlichen Farben und Mustern zusammen, die sich nun im Schaufenster und im Keller von Regensteins Reisebüro stapeln. Und noch immer kommen neue, wie eine Mitarbeiterin des Reisebüros sagte. Allein am Donnerstag habe sie 25 Pakete mit Pullovern erhalten.

Begonnen hatte die Hilfsaktion im April. Damals hatte sich die 64-Jährige Reisebüroleiterin an das „Abendblatt“ gewandt, um Mitstreiter für ihr Projekt zu finden. Um Zwergpinguine auf der australischen Insel Phillip Island nach einer Ölkatastrophe zu schützen, strickte Angelika Regenstein Minipullover. Aktivisten fingen die Tiere ein, säuberten sie und stülpten ihnen dann Pullover über, um ihr Gefieder vor dem Ölschlick zu bewahren. „Ich habe Stricklieseln gesucht, die mitmachen“, sagt Regenstein der Zeitung.

Nachdem mehrere Medien über die Aktion berichtete hatten, nahm die Strickaktion ihren Angaben zufolge ungeahnte Ausmaße an. Aus ganz Europa gingen Pakete hilfsbereiter Menschen in Regensteins Geschäft ein. „Ich habe Pullover aus Island, Belgien, Luxemburg, Liechtenstein, Österreich, der Schweiz, Italien, Spanien, Tunesien und der Türkei bekommen“, erzählt sie der Zeitung. Nun soll damit Schluss sein. Nur noch bis Montag will sie Pinguinpullover annehmen. Dann sollen rund 100 Umzugskartons nach Melbourne verschifft werden.

dpa

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