Badeunfälle

2012 ertrinken weniger Menschen in Niedersachsen

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Üben gehört dazu: Rettungsschwimmer auf Norderney.

Hannover - In Niedersachsen sind im vergangenen Jahr 49 Menschen ertrunken. Das sind neun Badetote weniger als im Vorjahr, im Ländervergleich steht Niedersachsen aber weiter auf dem vorletzten Platz, wie die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag in Hannover mitteilte.

Nur in Bayern starben im vergangenen Jahr mehr Menschen im Wasser, dort gab es 75 Badetote. „Deutschlandweit ertranken so wenige Menschen wie nie zuvor“, sagte Sprecher Martin Janssen. Acht von zehn seien männlich gewesen. „Leichtsinn und Überschätzen der Leistungsfähigkeit“ seien häufig die Ursache.

„In Niedersachsen haben wir das Problem, dass viele Badestellen nicht bewacht sind“, erläuterte er. In der Nordsee seien sieben Menschen ertrunken, 18 starben in Flüssen, weitere in Seen und Teichen, ein Mann kam in einem privaten Pool ums Leben. Vier Menschen ertranken im Stadtgebiet Hannovers, zwei davon in der Leine.

Nachdem 2011 noch sieben Jungen und Mädchen tödlich verunglückt waren, starb diesmal lediglich ein Kind.

Der Rückgang hänge mit der besseren Aufklärung zusammen. „Wir gehen in die Kindergärten rein und sprechen mit Eltern über die Gefahren“, sagte DLRG-Präsident Klaus Wilkens. Zudem würden Erzieherinnen für Anfängerschwimmkurse ausgebildet. Der Verband forderte jedoch mehr Schwimmkurse in den Schulen. Nur jedes zweite Kind könne nach der vierten Klasse schwimmen. „Die Schulen versagen im Schwimmunterricht“, meinte Wilkens. Schwimmen müsse dort unbedingt von Fachpersonal unterrichtet werden.

Nach Ansicht von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) sind jedoch auch die Eltern gefordert. „Die Kinder können das Schwimmen nicht nur in der Schule lernen“, sagte Heiligenstadt. „In vielen Familien haben sportliche Aktivitäten wie gemeinsames Schwimmen mit Kindern leider immer weniger Bedeutung.“ Dass immer weniger Kinder schwimmen können, liege auch an der Schließung vieler Hallenbäder aus Kostengründen. Dieses wird seit Jahren auch von den Lebensrettern beklagt.

von Louisa Wellenbrock

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