Rachemord bei Göttingen

27-Jähriger mit mehreren Schüssen getötet

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Die Bluttat ereignete sich in Reiffenhausen bei Göttingen.

Reiffenhausen - Der Mord an einem Mann aus Reiffenhausen bei Göttingen war mutmaßlich eine Tat aus Rache. Der 27-Jährige wurde vermutlich getötet, weil er seine Schwester vor ihrem Verlobten schützen wollte. Der oder die Täter hatten den Mann an einen Bach gelockt und dort mit mehreren Schüssen getötet.

Der 28-jährige ehemalige Verlobte der Schwester des Opfers, Christian M., soll Daniel S. unter falscher Identität am Abend des 2. Februar an einen Bach gelockt und ihn dort mit mehreren Schüssen getötet haben. Andreas Buick von der Staatsanwaltschaft Göttingen bestätigt auf Anfrage Schusswunden als Todesursache.

Vorausgegangen waren offenbar eine Strafanzeige und belastende Aussagen des späteren Opfers bei der Polizei gegen den früheren Partner der Schwester, Christian M.. Dabei soll es um Diebstähle gegangen sein. Die junge Frau hatte sich - offenbar auch auf Druck der Familie - von dem 28-Jährigen im Oktober vergangenen Jahres getrennt. Christian M. war nach dem mysteriösen Verschwinden von S. am Abend des 2. Februar schnell in Verdacht geraten.

Schon vier Tage nach dem Verschwinden, als S. noch vermisst wurde, hatte die Polizei seine Wohnung in Rittmarshausen durchsucht. Am Donnerstagnachmittag war er dann festgenommen und am Freitag dem Haftrichter vorgeführt worden, der dringenden Tatverdacht wegen eines Tötungsdeliktes bestätigte und Untersuchungshaft gegen M. anordnete. Seither befindet sich der verdächtige 28-Jährige in der JVA Rosdorf. Er schweigt zu den Vorwürfen.

Die Angehörigen haben erst am Dienstagnachmittag von den Umständen des Mordes erfahren, dabei auch die Tatsache, dass als Hauptverdächtiger jemand gilt, der in der Familie in Reiffenhausen lange ein- und ausging.

Der oder die Täter sollen in einem Internetchat Kontakt mit dem späteren Mordopfer aufgenommen und sich dabei als Mädchen oder junge Frau ausgegeben haben. Am Tattag sei es dann zu einer Verabredung am Schleierbach nahe der Klippmühle gekommen, wo der 27-Jährige mit seinem Elektrofahrrad hinfuhr. Dort muss der Mörder bereits in der Dunkelheit auf sein Opfer gewartet haben. Das E-Bike wurde später an anderer Stelle wiedergefunden. Ob es der Täter benutzt hat und dort abstellte, um vom Tatort abzulenken, ist unklar.

Inzwischen geht die Mordkommission offenbar auch davon aus, dass der spätere Fundort der Tatort war. Es soll noch in dieser Woche am Schleierbach mit Metallsuchgeräten nach Patronenhülsen aus der Tatwaffe gesucht werden. Die Tatwaffe bleibt bisher verschwunden. Eine Flugblattaktion der Polizei soll weitere Zeugenhinweise erbringen.

Von Jürgen Gückel

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