Ehrenamtliche Richter

3200 Schöffen werden in Niedersachsen gesucht

+
Foto: Bis zum Sommer haben die Städte und Gemeinden Zeit, ihre Wahllisten mit den ehrenamtlichen Richtern den Wahlausschüssen der Amtsgerichte zu übergeben.

Hannover - Die Kommunen in Niedersachsen suchen derzeit wieder 3200 ehrenamtliche Richter. Die vierjährige Wahlperiode beginnt im kommenden Jahr. Bis zum Sommer haben die Städte und Gemeinden Zeit, ihre Wahllisten den Wahlausschüssen der Amtsgerichte zu übergeben, sagte ein Sprecher des Justizministeriums in Hannover. In einigen Kommunen, etwa in Hannover, sind die Listen aber schon geschlossen.

Bewerben können sich deutsche Staatsangehörige, die am 1. Januar 2014 zwischen 25 und 69 Jahre alt sind. Ausgeschlossen sind allerdings Bewerbungen von Personen, die beispielsweise vorbestraft oder insolvent sind. Auch Mitarbeiter von Justizberufen dürfen nicht Schöffe werden. Für ihre Tätigkeit müssen Schöffen vom Arbeitgeber freigestellt werden. Sie bekommen eine Aufwandsentschädigung.

Das Ehrenamt der Schöffen sei in der Öffentlichkeit kaum bekannt, sagt Hildegard Minthe, Landesvorsitzende der Vereinigung ehrenamtlicher Richterinnen und Richter in Niedersachsen. "In meinen Augen ist es ein sehr verantwortungsvolles und hochstehendes demokratisches Ehrenamt", betont sie. Sie rate jedem Interessenten, sich im Vorfeld über das Amt zu informieren. Einige Volkshochschulen bieten beispielsweise Informationsveranstaltungen an.

Schöffen an den Amts- und Landgerichten haben viel Einfluss. Sie sind während der Verhandlung an der Sachaufklärung und an der Urteilsfindung ebenso beteiligt wie die Berufsrichter. Da Urteile mit einer Zweidrittelmehrheit gefällt werden müssen, können sie Berufsrichter auch überstimmen.

Für das Amt seien daher qualifizierte Laien wichtig, sagt Hasso Lieber, Vorsitzender des Bundesverbandes ehrenamtlicher Richterinnen und Richter: "Es ist völlig egal, ob jemand, der zum Schöffenamt geeignet ist, Beamter, Handwerker oder Hausfrau ist. Alle haben den gleichen Zugang. Allerdings müssen sie auch in der Lage sein, über andere urteilen zu können."

dpa

Kommentare