Bad Bevensen

46-Jähriger gesteht Mord an Mutter

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Foto: Der beschuldigte Carsten H. im Landgericht Lüneburg.

Lüneburg - Jahrelang lebte er zusammen mit seiner Mutter in einer Wohnung in Bad Bevensen. Im Januar soll der 46-Jährige dann der Frau die Kehle durchschnitten und Feuer gelegt haben. Vorher nahm er Abschied.

Ein 46-Jähriger aus Bad Bevensen hat vor dem Landgericht Lüneburg gestanden, seine Mutter getötet und dann die gemeinsame Wohnung angezündet zu haben. Am ersten Tag des Verfahrens um seine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie räumte er am Dienstag ein, der 70-Jährigen am späten Abend des 9. Januar mehrfach mit einer Rohrzange auf den Kopf geschlagen zu haben, dann schnitt er ihr die Kehle durch. Er hätte der gesundheitlich angeschlagenen Frau die Lärmbelästigung durch eine Nachbarin und Streit ersparen wollen, erklärte er. Wenige Stunden später habe er die Wohnung in dem Mehrfamilienhaus in Brand gesetzt, um Erinnerungsstücke wie Fotoalben auszulöschen. Vier Hausbewohner und ein Feuerwehrmann erlitten bei dem Brand Rauchvergiftungen.

„Meine Mutter fehlt mir ohne Ende“, erklärte der Mann am Dienstag. Unter dem jahrelangen Streit mit einer Nachbarin und der möglichen Lärmbelästigung durch einen Umzug habe die Mutter geradezu körperlich gelitten. „Ich hatte Angst, dass die Mutter unter dem Umzugslärm leidet“, sagte er. „Da habe ich die Entscheidung getroffen, dass sie das nicht ausbaden muss.“ Heute halte er die Entscheidung für falsch. Nach dem Tod der Mutter habe er einige Stunden Abschied genommen, bevor er das Feuer legte. Dann nahm er die im Hausflur bereitgestellte Reisetasche und fuhr mit einem Taxi noch in der Nacht nach Uelzen, um sich dort der Polizei zu stellen.

Die Staatsanwaltschaft will nicht ausschließen, dass der Beschuldigte wegen einer krankhaften seelischen Störung schuldunfähig ist. Sie sieht ein hohes Risiko für weitere Straftaten. Eine Entscheidung soll bereits am 20. Juni fallen.

dpa

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