Gasexplosion in Wohnhaus erschüttert Stuhr

59-Jähriger lebensgefährlich verletzt

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Das Haus in Stuhr ist durch die Gasexplosion komplett zerstört und ist einsturzgefährdet.

Bremen - Eine gewaltige Explosion erschüttert die Gemeinde Stuhr bei Bremen. Der Giebel eines Einfamilienhauses wird weggerissen, ein Mann lebensgefährlich verletzt. Bevor Experten nach der genauen Ursache suchen können, muss der Rest des Gebäudes abgestützt werden.

Bei der Explosion eines Wohnhauses in Stuhr (Landkreis Diepholz) ist am Freitagmorgen ein 59 Jahre alter Mann lebensgefährlich verletzt worden. Das frei stehende Einfamilienhaus wurde weitgehend zerstört. Der Schaden beträgt nach Polizeiangaben mindestens 200 000 Euro. Das Unglück ereignete sich, als der Mann kurz vor 8.00 Uhr die Eingangstür des Hauses im Ortsteil Brinkum öffnete.

Er wollte den Angaben der Polizei zufolge bei seiner Mutter, die nicht zu Hause war, Blumen gießen. Die Ermittler gehen von einer Gasexplosion aus. Als Auslöser nannte die Polizei zunächst eine glimmende Zigarette, teilte später aber mit, dass zu dieser Frage noch keine genauen Angaben gemacht werden könnten. Warum Gas in dem Haus ausströmte, war zunächst unklar. Ein Rettungshubschrauber flog den 59-jährigen Mann mit schweren Brandverletzungen in eine Spezialklinik in Gelsenkirchen. Sein Zustand galt als kritisch. Er sei aber beim Eintreffen der Retter noch ansprechbar gewesen.

Andere Menschen waren nicht in dem Gebäude. Nach Angaben der Nachbarn wohnte der schwer verletzte Mann nur eine Straße weiter und kam täglich zum Blumengießen für seine im Krankenhaus liegende Mutter. "Vor zehn Minuten sind noch Schulkinder durch die Straße gegangen", erzählte Claudia Drobig vom Haus gegenüber entsetzt. Sie wollte in ihrer Küche einen Kaffee aufsetzen, als mehrere Knallgeräusche sie aufschreckten. "Es dröhnte und schepperte. Ich dachte zuerst, das kommt von einer Großbaustelle", berichtete die Anwohnerin. Die 54-Jährige sah weißen Rauch durch ihr Schlafzimmerfenster und alarmierte die Feuerwehr.

Den Rettern bot sich ein Bild der Verwüstung. "Die Wände sind weggesprengt, das Haus nahezu vollständig zerstört", sagte ein Polizeisprecher. Die Giebelseite des 1931 gebauten dunkelroten Klinkerhauses wurde durch die Detonation weggerissen. Das Schlafzimmer des Wohnhauses sowie die Treppe lagen komplett offen, durch die weißen Innenwände zogen sich dicke Risse. Mauerbrocken, zerborstene Fenster und Einrichtungsgegenstände bildeten einen Trümmerberg im Garten. Die Straße in dem Wohngebiet war mit Splittern übersät, zentimeterlange Glasscherben bohrten sich vereinzelt in die Wand des gegenüberliegenden Hauses.

Die Explosion schleuderte eine runde Wanduhr bis in den Nachbargarten. Die Versorger stellten die Strom- und Gaszufuhr in der Straße nach der Detonation umgehend ab. Zeitweise 80 Feuerwehrleute und rund 50 Helfer des Technischen Hilfswerks waren bis in die Nachmittagsstunden beschäftigt, das Gebäude vor dem völligen Einsturz zu bewahren. Die Einsatzkräfte mussten mehrere Tonnen Trümmer teils mit der Hand wegschaffen und das alte Haus mit Metall- und Holzstreben abstützen. Erst nach sechsstündigen Sicherungsarbeiten konnten Ermittler der Polizei das Haus betreten, um der genauen Ursache der Explosion auf den Grund zu gehen.

dpa

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