Tödliche Schüsse bei Polizeieinsatz

77-Jähriger hatte nur Schreckschusspistole

Stadland - Ein Polizeibeamter hatte den 77-Jährigen Montagmittag mit einem Schuss tödlich verletzt, weil dieser sich geweigert hatte seine Waffe niederzulegen. Nun stellt sich heraus, dass der Rentner gar keine echte Waffe hatte.

Der 77-Jährige, der am Montagmittag von einem Polizisten erschossen worden ist, war lediglich mit einer Schreckschusspistole bewaffnet. Wie die Staatsanwaltschaft Oldenburg gestern mitteilte, untersucht das Landeskriminalamt nun, wie oft mit der Pistole geschossen wurde. Der Besitz einer solchen Pistole sei ohne Waffenschein erlaubt, sagte der Sprecher der Behörde, Martin Rüppell.

Mit einer solchen Waffe könne keine scharfe Munition verschossen werden. Allerdings betonte der Sprecher des Landeskriminalamts, Uwe Schnellnus, dass es Modelle von Schreckschusspistolen gebe, „die echten Schusswaffen zum Verwechseln ähnlich sehen“. Die Beamten aus Nordenham waren zu einem Einsatz in die Bauernschaft Reitland in der Gemeinde Stadland gerufen worden. Während des Polizeieinsatzes zog der 77-jährige Mediziner die Waffe und gab laut Staatsanwaltschaft mindestens einen Schuss ab. Der Aufforderung der beiden Beamten – im Einsatz waren ein 24 Jahre alter Polizist und eine 29-jährige Polizistin –, die Waffe niederzulegen, soll der Mann nicht nachgekommen sein. Geschossen habe dann der 24-jährige Beamte, sagte Rüppell.

Wie am Mittwoch bekannt wurde, hatte die Ehefrau wegen eines gewalttätigen Übergriffs ihres Mannes auf sie die Polizei gerufen. „In dem Anruf war aber keine Rede von einer Waffe“, betonte Rüppell. Auch die Obduktion ist mittlerweile abgeschlossen. Sie ergab, dass der Rentner durch einen Schuss in den Oberkörper getötet wurde. Weitere Details zum mutmaßlichen Ablauf des Geschehens gab Rüppell gestern nicht bekannt. „Das wollen wir so lange nicht, wie nicht alle Vernehmungen abgeschlossen sind“, sagte der Staatsanwalt.

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