Ohne Wasser und Nahrung

85-Jährige vier Tage lang eingesperrt

Süstedt - Eine 85 Jahre alte Frau ist in Süstedt (Kreis Diepholz) Opfer eines niederträchtigen Raubüberfalls geworden. Die Täter sperrten die frühere Bäuerin nachts in ihrem Schlafzimmer ein, wo sie ohne Wasser und Nahrung vier Tage lang unbemerkt blieb.

Ein Mitarbeiter eines Pflegedienstes entdeckte sie dort am Dienstagmorgen. Die Frau habe unter Schock gestanden, sagte Andrik Hackmann, Sprecher der Polizei Diepholz. „Zu unserer Überraschung ging es ihr ansonsten gesundheitlich erstaunlich gut.“

Die 85-Jährige lebte allein auf einem landwirtschaftlichen Anwesen abseits der kleinen Ortschaft Süstedt-Uenzen. „Die nächsten Nachbarn wohnen mehr als 100 Meter entfernt“, berichtete der Sprecher. Die Frau sei körperlich und geistig noch gut in der Lage, sich zu versorgen. Nur alle paar Tage habe ein Pflegedienst nach dem Rechten geschaut. Ein Mitarbeiter klingelte am Dienstagmorgen zur gewohnten Zeit an der Haustür. Als keine Reaktion kam, betrat er das Haus durch die unverschlossene Tür. Die in ihrem Schlafzimmer eingesperrte Frau hörte ihn offenbar und machte sich durch Rufen bemerkbar. Der Pflegedienstmitarbeiter konnte die Schlafzimmertür problemlos öffnen. Denn die Räuber hatten nur von innen Türklinke und Fenstergriffe abgebaut und die Frau so eingesperrt, um sich in Ruhe nach Beute umsehen zu können. Sie entwendeten Bargeld und Schmuck und konnten unerkannt fliehen. Die Überfallene blieb ohne Essen und Trinken zurück.

Um wie viele Räuber es sich handelte und wie sie ins Haus gelangt waren, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Die Frau werde psychologisch betreut und wolle in dem Haus vorerst bleiben. „Ein Arzt hat sie untersucht und entschieden, dass sie nicht ins Krankenhaus muss“, sagte Hackmann. „Sie ist sehr rüstig und fit.“

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