Festnahme von Phil Rudd

AC/DC-Schlagzeuger soll Killer angeheuert haben

+
Phil Rudd bei seiner Anhörung vor Gericht.

- Der Schlagzeuger der australischen Hard-Rock-Band AC/DC soll einen Auftragskiller bestellt haben. Phil Rudd wurde am Donnerstag in Neuseeland angeklagt. Der 60-Jährige schweigt zu den Vorwürfen.

Der Schlagzeuger der legendären Rockband AC/DC ist am Donnerstag in Neuseeland wegen eines mutmaßlichen Mordkomplotts festgenommen worden. Nach Angaben der Polizei muss sich Phil Rudd wegen der Planung eines Mordes, Todesdrohungen und Drogenbesitzes verantworten. Der Justiz zufolge wurden bei der Durchsuchung seines Hauses in Tauranga illegale Drogen gefunden, der 60-jährige Musiker wurde aber auf Kaution vorläufig freigelassen. Die Polizei durchsuchte am Donnerstagmorgen Rudds Haus in der Stadt Tauranga auf der Nordinsel Neuseelands. Dabei wurden Metamphetamine und Cannabis entdeckt. Nach seiner Festnahme wurde Rudd einem Richter vorgeführt. Bei dem kurzen Auftritt vor Gericht wirkte Rudd müde und ungekämmt, er trug einen grauen Pullover und war barfuß. Sein Anwalt bat, den Medien den Zutritt zur Verhandlung zu versagen, doch lehnte der Richter dies ab.

Laut den Gerichtsdokumenten soll Rudd Ende September versucht haben, einen Auftragskiller für die Ermordung zweier Männer anzuheuern. Um wen es sich handelte, blieb zunächst unbekannt. Dem in Australien geborenen Musiker drohen wegen der Mordpläne zehn Jahre Haft. Der Schlagzeuger, der Hits wie „Highway to Hell“ und „Dirty Deeds Done Dirty Cheap“ spielte, wurde auf Kaution freigelassen. Nächste Anhörung ist am 27. November.

Rudd war der Rockgruppe AC/DC im Jahr 1975 beigetreten. 1983 stieg er wegen eines Streits mit Gründungsmitglied Malcolm Young aus, kehrte aber 1994 wieder zurück. Rudds Festnahme ist der zweite schwere Schlag für die Heavy-Metall-Band in wenigen Wochen. Erst im September hatten australische Medien berichtet, dass der 61-jährige Young an Demenz leide und in ein Pflegeheim in Sydney eingeliefert worden sei.

Die 1973 von Malcolm und seinem Bruder Angus Young gegründete Band wurde mit Rock-Hymnen wie „Highway to Hell“, „Let There Be Rock“ oder „Whole Lotta Rosie“ berühmt. Ihr Album „Back in Black“ gehört zu den meistverkauften und hat die Rockmusik stark beeinflusst. Weltweit verkaufte AC/DC mehr als 200 Millionen Alben. Trotz der Erkrankung ihres Mitbegründers wollte die Gruppe im kommenden Jahr mit einem neuen Album auf Tour gehen.

afp/dpa/frs

Kommentare