Gigantisches Bauvorhaben

Ägypten plant eine neue Hauptstadt

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Foto: So könnte die neue Hauptstadt Ägyptens aussehen

Kairo - Kairo ist zu voll und zu eng: Die ägyptische Regierung plant eine neue Verwaltungs- und Wirtschaftshauptstadt östlich von Kairo mit bis zu fünf Millionen Einwohnern und einem gigantischen Freizeitpark. Das kündigte Wohnungsbauminister Mustafa Madlubi auf einer Wirtschaftskonferenz in Scharm el Scheich an.

Die Metropole solle zwischen der derzeitigen Hauptstadt und Suez entstehen, sagte Wohnungsbauminister Mustafa Kamel Madbuli bei der Vorstellung des Projektes vor Investoren bei einer internationalen Wirtschaftskonferenz in Scharm el Scheich.

Der Plan folge aus der Erkenntnis, dass die Bevölkerung der 18-Millionen-Einwohnerstadt Kairo sich in den kommenden 40 Jahren verdoppeln werde, sagte Madbuli. Das Parlament, der Präsidentenpalast, die Ministerien und ausländische Botschaften sollten von Kairo in die neue Hauptstadt verlegt werden. Dies solle innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre realisiert werden und 45 Milliarden Dollar (42,9 Milliarden Euro) kosten. Die Gesamtkosten für den Bau der neuen Metropole nannte der Minister ebenso wenig wie Details zu der Frage, wie dieser finanziert werden soll.

Die neue Stadt soll laut Madbuli über viele Grünflächen verfügen und eine bessere Lebensqualität bieten als Kairo. Geplant seien ein internationaler Flughafen und ein Freizeitpark, der „viermal so groß wie Disneyland in Kalifornien“ sein soll. Zudem solle es 90 Quadratkilometer Solaranlagen und einen elektrischen Zug geben, der die neue Metropole mit Kairo verbindet. Die internationale Konferenz in Scharm el Scheich soll ausländische Geldgeber anlocken, damit sich die ägyptische Wirtschaft von den Folgen der politischen Unsicherheiten nach dem Sturz von Machthaber Husni Mubaraks erholen kann.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi betonte bei der Konferenz, Investitionen in Ägypten könnten zur Stabilisierung der gesamten Region beitragen. Ägypten sei ein „Eckpfeiler in der regionalen Stabilität“. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Kuwait sicherten dem Land bei dem Treffen zwölf Milliarden Dollar an Investitionen und Hilfen zu, um der Wirtschaft wieder auf die Beine zu helfen. Die drei Golfmonarchien gelten als Verbündete al-Sissis. Seit seinem Amtsantritt im Juli 2013 stellten sie den ägyptischen Behörden bereits mehrere Milliarden Dollar.

dpa

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