Antrittsbesuch

Agrarminister Christian Meyer reicht Jägern die Hand

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Blick auf Trophäen: Kreisjägermeister Hans Knoop (l.), Minister Christian Meyer.

Bergen - Damit hatten viele Jäger nicht gerechnet: Der neue Agrarminister Christian Meyer will die niedersächsischen Weidmänner als Bündnispartner an seine Seite holen. In der Mitgliederversammlung der Jägerschaft Celle am Sonnabend in Bergen bekannte er zur Überraschung vieler Zuhörer: „Ich bin kein Gegner der Jagd.“

Manchmal, etwa in Naturschutzgebieten, sei sogar mehr Jagd erforderlich. Er selbst sei kein Vegetarier, sondern esse „durchaus auch Wild“. Bei seinem ersten Auftritt als Minister vor Jägern rückte der Grünen-Politiker ab von Äußerungen seiner Parteifreunde im Wahlkampf, zugleich schmeichelte er den Weidmännern, dankte ihnen für engagierte Naturschutzarbeit und rief sie zu einem Dialog über die Neugestaltung des Jagdrechts auf. Dabei stellte er klar, dass es die von vielen befürchtete Waffensteuer nicht geben werde. „Da ist Unsinn verbreitet worden“, sagte er.

Meyer plädierte für die Abschaffung bleihaltiger Munition: „Dieses Ziel wollen wir langfristig, aber so schnell wie möglich erreichen.“ Allerdings sei ihm bewusst, dass dies nicht von heute auf morgen gelingen werde. Deshalb werde er demnächst zu einem „Fachgespräch“ mit allen Beteiligten und Betroffenen einladen.

Die Jagd mit der Falle will die neue Landesregierung nicht verbieten. Allerdings müsse geprüft werden, was hier verbessert werden könne. In 90 Prozent aller Fälle, sagte der Minister, werde die Fallenjagd schon heute ordnungsgemäß ausgeübt. Grundsätzlich kündigte Meyer behutsame Reformen an. Sie beträfen auch den Tierschutz im Jagdbetrieb und das „unsinnige Füttern des Wildes“. Als Agrarminister will Meyer „Biotopverbünde“ zugunsten des Wildes schaffen und auch den Bau von Wildbrücken über Autobahnen fördern, damit eine weitere genetische Verarmung einzelner Arten vermieden werde. Eine Kürzung der Liste jagdbarer Arten sei nicht beabsichtigt. Ausführlich dankte Meyer der Jägerschaft für ihr Engagement zum Schutz der Wölfe in Niedersachsen: „Hier sehe ich die Jäger als unverzichtbaren Partner.“

Die Reaktion der Grünröcke auf Meyers Rede war eindeutig. Es gab viel Beifall und als Dankeschön vom Vorsitzenden der Celler Jäger, Hans Goller, eine Wildmettwurst. Meyer nahm sie gern entgegen.

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