Göttingen

Angeklagter gesteht Mord an seinem Trinkkumpanen

Foto: Weil er im Streit einen Nachbarn erstochen haben soll, muss sich ein 56-Jähriger vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Göttingen - Ein Frührentner hat am Montag vor dem Landgericht Göttingen gestanden, einen Trinkkumpanen mit einem langen Messer erstochen zu haben. Er habe den Mann aber nicht töten wollen, sagte der 56 Jahre alte Angeklagte zum Prozessauftakt.

Sein Kumpan habe ihn vor der Tat unaufhörlich beleidigt. Damit habe er aufhören sollen. Das 41 Jahre alte Opfer war in der Nacht zum Zweiten Weihnachtstag vergangenen Jahres an den Folgen des 17 Zentimeter tiefen Stichs in seine Brust gestorben. Beide Männer waren zur Tatzeit stark alkoholisiert.

Täter und Opfer wohnten in einem als sozialer Brennpunkt bekannten Hochhaus am Rand der Göttinger Innenstadt. Bereits am Heiligabend hätten er und sein Kumpan stark getrunken, sagte der Angeklagte. Am ersten Weihnachtstag setzte sich dies fort. Er selbst habe ab dem frühen Nachmittag wohl drei Liter Rotwein und zwei große Flaschen Bier getrunken. „Ich war dicke“, sagte der 56-Jährige. Sein Kumpan, bei dem nach dem Tod ein Blutalkoholgehalt von 3,12 Promille festgestellt wurde, habe ihn die ganze Zeit mit Schimpfwörtern beleidigt.

Dies habe der Mann auch früher schon oft getan, sagte der Angeklagte. Warum er diesmal mit einem am Ende tödlichen Messerstich darauf reagiert habe, und nicht wie sonst mit einem Rausschmiss des 41-Jährigen, wisse er nicht. Auch warum er den Toten zehn Tage in seiner Wohnung liegen ließ, ehe er die Polizei verständigte, könne er nicht erklären. Das Landgericht hat für den Prozess zunächst drei Verhandlungstage angesetzt.

dpa

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