Prozess in Hamburg

Angeklagter gesteht Reizgas-Attacke

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Foto: Der 43-jährige Angeklagte muss sich vor dem Amtsgericht Bergedorf wegen schwerer Körperverletzung verantworten.

Hamburg - Bei der Einweihung eines Mahnmals zum Gedenken an ehemalige NS-Zwangsarbeiter waren im September 2012 Besucher mit Pfefferspray angegriffen worden. Bei Prozessbeginn gestand ein Angeklagter die Tat - bestritt aber rechtsradikal zu sein.

Ein Jahr nach einer Pfefferspray-Attacke bei der Enthüllung eines Mahnmals für ehemalige NS-Zwangsarbeiter in Hamburg-Bergedorf hat der Angeklagte die Tat vor Gericht gestanden. „Mein Handeln hatte aber keinen politischen Hintergrund“, hieß es in einer Erklärung des 43-Jährigen, die sein Anwalt zum Prozessauftakt am Mittwoch verlas. Er schäme sich heute für die Attacke und begründete sie mit Depressionen und Alkoholproblemen. Der Mann muss sich vor dem Amtsgericht Bergedorf unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Laut Zeugenaussagen soll er bei dem Festakt gezielt ältere Ehrengäste aus Polen angegriffen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden zehn Menschen leicht verletzt.

Der 43-Jährige ist zudem wegen Volksverhetzung und Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen angeklagt. Anfang 2012 soll er 15 Flyer mit der nationalsozialistischen Hakenkreuz-Fahne und der antisemitischen Aufschrift „Die Juden sind unser Unglück!“ an den in Brandenburg inhaftierten Rechtsextremisten Horst Mahler geschickt haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft sollte dieser die Blätter an andere Gefangene verteilen. Als Absender benutzte der Angeklagte allerdings einen anderen Namen. Der Mann räumte ein, die Post an Mahler verschickt zu haben. Es sei ihm aber klar gewesen, dass die Sendung kontrolliert und gar nicht zu den Häftlingen gelange werde. Die Tat habe lediglich ein Racheakt an einem Bekannten sein sollen, dessen Namen er als Absender benutzte.

dpa

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