Beamter erschoss Schwarzen

Angeklagter Polizist auf freiem Fuß

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Foto: Ray T. wird in Cincinnati wegen Mordes an dem schwarzen Amerikaner Sam DuBose angeklagt.

Cincinatti - Ray T. ist angeklagt, den Schwarzen US-Amerikaner Sam DuBose ermordet zu haben. Eine Körperkamera hat ihn überführt. Obwohl die Staatsanwaltschaft die Tat "unglaublich" und "sinnlos" nannte, ist T. auf freiem Fuß. Er konnte zehn Prozent der Kaution hinterlegen.

Nach dem ersten Verhandlungstermin kann Ray T. das Gerichtsgebäude in Cincinnati verlassen. In den Gerichtssaal war der 25-Jährige im schwarz-weiß-gestreiften Gefängnishemd geführt worden. T. hinterlegte zehn Prozent der Kaution, die auf eine Million Euro fesgelegt worden war, wie Spiegel Online berichtete. Der Vorgang ist rechtmäßig, brüskierte aber die Angehörigen des Opfers.

Polizist Ray T. hatte am 19. Juli dem 43-jährigen Sam DuBose in den Kopf geschossen. Der 25-jährige Beamte hatte ausgesagt, dass der Afroamerikaner bei der Verkehrskontrolle davongefahren sei und ihn mitgerissen habe. Nach Auswertung der Aufnahmen einer Minikamera, die T. am Körper trug, kam die Staatsanwaltschaft aber zu dem Schluss, dass zu keiner Zeit eine Gefahr bestanden habe. Der Wagen sei lediglich losgerollt.

Staatsanwalt Joseph Deters bescheinigte dem Angeklagten "idiotische" Polizeiarbeit. "Er hatte es nicht mit jemandem zu tun, der wegen Mordes gesucht wird", sagte er. Das Opfer sei angehalten worden, weil bei dem Auto das Nummernschild fehlte. "Sie werden nicht glauben, wie schnell er seine Waffe zieht und ihm in den Kopf schießt. Es dauert vielleicht eine Sekunde", fuhr Deters fort. Der Staatsanwalt vermutete, dass der Polizist die Beherrschung verloren habe, weil DuBose nicht aus dem Auto steigen wollte. Er nannte die Tat "unglaublich" und "sinnlos".

In den vergangenen Monaten hatte eine Reihe von Fällen tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze in den USA zum Teil gewalttätige Proteste und Debatten über Rassismus bei der Polizei ausgelöst.

afp/aks

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