Totschlag auf Juist

Angeklagter schiebt Tötung auf Alkohol

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Foto: Der 24-jährige Angeklagte sitzt mit einem seiner zwei Anwälte vor Beginn des Prozesses im Landgericht in Aurich (Niedersachsen) im Saal.

Aurich - Viel Alkohol und ein Streit im Strandkorb waren der Hintergrund eines Verbrechens, dem im Sommer eine junge Frau auf der Nordseeinsel Juist zum Opfer fiel. Nun steht ein Verdächtiger wegen Totschlags vor Gericht.

Nach dem gewaltsamen Tod einer jungen Frau im Sommer auf Juist sind erstmals Details des Verbrechens bekannt geworden. Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht im ostfriesischen Aurich ließ der wegen Totschlags angeklagte 24-Jährige am Mittwoch eine Erklärung zum Tathergang verlesen. Danach war es in der Tatnacht in einem Strandkorb zu Zärtlichkeiten zwischen ihm und dem Opfer gekommen. Die Stimmung sei jedoch in einen Streit mit gegenseitigen Schlägen gekippt. Dabei sei er wohl völlig ausgerastet. Er sei stark betrunken gewesen und könne sich nicht daran erinnern, die 23-Jährige getötet zu haben. Gegenüber ihren Angehörigen bedauerte er die Tat zutiefst.

Immer wieder Probleme mit Alkohol

Die Anklage wirft dem Mann aus Solingen (Nordrhein-Westfalen) vor, die Frau massiv ins Gesicht geschlagen und gewürgt oder mit ihrem Halstuch stranguliert zu haben. Später stopfte er ihr Sand in den Mund, entkleidete und vergrub sie am Strand. Das Opfer erstickte.

Eine Urlauberin entdeckte die mit Sand bedeckte Leiche. Der Verdächtige kam noch am gleichen Tag in Untersuchungshaft. Täter und Opfer hatten als Saisonarbeiter auf der Ferieninsel gearbeitet und sich abends in einer Diskothek kennen gelernt. Er habe schon früher Probleme mit Alkohol gehabt und regelmäßig und viel getrunken, schilderte der Mann vor Gericht.

Nach mehreren Bier- und Whiskey-Getränken habe er sich vor der Disko übergeben. Später sei er mit der Frau zum Strand gegangen und habe sich mir ihr in den Strandkorb gesetzt. Dabei seien sich körperlich näher gekommen. Als die Frau jedoch bemerkt habe, dass er zu betrunken war, sei es zum Streit gekommen, erklärte er. Das Gericht hat noch acht Verhandlungstermine angesetzt. Der Prozess wird am 4. Februar fortgesetzt.

dpa

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