Brief zum Weltfrauentag

Angela Merkel bekommt Post von Lady Gaga

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„Armut ist sexistisch“: Lady Gaga schreibt einen Brief an Angela Merkel.

Hannover - Das kommt nicht oft vor: US-Sängerin Lady Gaga, Fast-schon-einmal-Bundespräsidentin Gesine Schwan und Oskar-Gewinnerin Maryl Streep haben gemeinsam einen Brief verfasst. Zum Weltfrauentag haben sie und weitere berühmte Frauen sich zusammengerauft und einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschickt.

Ihr Schreiben richtet den Blick auf die Situation von Frauen in Entwicklungsländern. Sie klagen: „Armut ist sexistisch.“

In Entwicklungsländern gebe es für Frauen eine „doppelte Strafe“: Die, als Frau geboren zu werden und dann noch in einem armen Land, heißt es in dem offenen Brief, der von der von U2-Sänger Bono gegründeten Entwicklungsorganisation One initiiert wurde. Mädchen und Frauen seien in Entwicklungsländern in besonderem Maße von Hunger und Krankheiten betroffen. Der Zugang zu Bildung sei oft kaum möglich, und sie dürften oft das Land nicht besitzen, das sie bewirtschaften. Merkel müsse dafür sorgen, das sich ihre Situation verbessert. „Sie haben die Wahl, aber Ihre Entscheidung betrifft uns alle“, appellieren die Autoren, darunter auch die deutsche Schauspielerin Maria Furtwängler, Popstar Beyoncé Knowles und Facebook-Chefin Sheryl Sandberg.

Merkel wurde von den prominenten Briefeschreiberinnen nicht als Adressatin auserwählt, weil sie als vielleicht mächtigste Politikerin der Welt für ihr Geschlecht eintreten soll. Vielmehr hat Deutschland in diesem Jahr in der internationalen Politik eine herausgehobene Rolle inne. Die Bundesregierung richtet in wenigen Monaten einen Gipfel zu Frauenrechten und den G-7-Gipfel im bayerischen Schloss Elmau aus. Im Sommer will die UN neue Millennium-Entwicklungsziele bis 2030 festschreiben. Schauspielerin Furtwängler erklärte, die Bundeskanzlerin trage dieses Jahr als G-7-Gastgeberin „eine besondere Verantwortung, Frauen in den Mittelpunkt bei der Armutsbekämpfung zu rücken“. Ein Brief wird dafür nicht reichen.

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