Schwarz-Fischerei in Niedersachsen

Angler beklagen zunehmende Wilderei

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Immer öfter ohne Angelschein: Im südlichen Niedersachsen werden Teiche schon seit Jahren immer wieder leergefischt.

Hannover - Sie benutzen Reusen, Netze oder Angeln. Sie sind scharf auf Aal, Zander, Forelle, Karpfen oder Weißfisch. Den organisierten Fischern und Anglern sind sie ein Dorn im Auge: Fischwilderer. Ihre Zahl hat in Niedersachsen stark zugenommen, beklagt der Landessportfischerverband.

Die Fischwilderei in Niedersachsen hat nach Angaben des Landessportfischerverbandes stark zugenommen. Mit Angeln, Reusen, Schnüren und Netzen werde „alles gewildert, was Flossen hat“, sagt Verbandsvizepräsident Heinz Pyka. Beliebt bei den illegalen Fischern seien besonders Aal und Zander, aber auch Weißfisch und Forelle. Erst vor wenigen Tagen wurde in der Nähe von Rotenburg ein 74-jähriger Fischwilderer auf frischer Tat ertappt.

Fischteiche, vor allem im südlichen Niedersachsen, werden seit Jahren immer wieder leergefischt. Die Polizei registrierte etliche Taten, bei denen jeweils Hunderte von Forellen verschwanden. Gelegentlich, wie zuletzt bei Hardegsen im Kreis Northeim, hatten die Täter es auch auf Karpfen abgesehen. Dass Fischwilderer an Fließgewässern aktiv werden, sei dagegen ein neueres Phänomen, sagt Pyka. „Das hat zugenommen.“

Betroffen seien zum Beispiel Leine und Aller, aber auch die Elbe. Illegale Angler und Fischer seien allerdings auch an vielen Seen oder am Mittellandkanal aktiv, sagt Pyka. Obwohl Fischwilderei ein Straftatbestand sei, der mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann, hätten viele Täter kaum Unrechtsbewusstsein.

Aus der Elbe bei Stade zum Beispiel wurden im Frühjahr fünf Doppelreusen gestohlen, die ein Berufsfischer ausgelegt hatte. Im Juli fischten Unbekannte ebenfalls in der Elbe bei Marschacht (Kreis Harburg) mit einem verbotenen Schleppnetz. „Wir holen immer wieder illegal ausgelegte Netze und Reusen aus den Gewässern“, sagt Pyka. Die Reusen seien meist so angebracht, dass man sie nur vom Boot aus entdecken könne. Ein besonderes Problem: „In den illegalen Reusen bleiben die Fische oft tagelang drin. Und wenn wir sie dann finden, sind sie tot“, sagt der Fischer-Funktionär.

Sorgen bereitet dem Verband auch das illegale Auslegen von Angelschnüren. „Darin verfangen sich häufig auch Wasservögel“, sagt Pyka. Für die Tiere bedeute das oft einen qualvollen Tod. Viele Wilderer sind aber auch einfach nur mit der Angel unterwegs - so wie einige Männer, die jüngst bei Wiedelah nahe Goslar gefasst wurden. Auf der Flucht ließen sie ihre teure Ausrüstung zurück. Im Kreis Cuxhaven erwischte die Polizei im August innerhalb von drei Tagen gleich mehrere Schwarz-Angler.

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