Geheime Daten ausspioniert

Anklage gegen Ex-Nato-Mitarbeiter wegen Spionage

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Karlsruhe - Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen Ex-Nato-Mitarbeiter erhoben, der geheime Daten ausspioniert haben soll. Die Anklage vor dem Staatsschutzsenat des Koblenzer Oberlandesgerichts (OLG) vom 22. März laute auf vollendete und versuchte landesverräterische Ausspähung, teilte die Behörde am Dienstag in Karlsruhe mit.

Sie bestätigte damit einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Focus“ von Ende März. Damals hatten sich sowohl die Bundesanwaltschaft als auch das OLG nicht zu dem Fall geäußert.

Der 60-Jährige soll sich den Angaben zufolge im März 2012 als Zivilangestellter der Nato auf dem US-Luftwaffenstützpunkt in Ramstein geheime Informationen auf seinen privaten Computer gespielt haben. Ein weiterer Versuch im Juni 2012 sei erfolglos geblieben. Angeblich wollte der Mann die Daten nach seinem Ruhestand im Sommer vergangenen Jahres an „unbefugte Dritte“ weitergeben. Die Airbase in Ramstein ist der größte Stützpunkt der US-Luftwaffe außerhalb der Vereinigten Staaten.

Laut Bundesanwaltschaft ermöglichten die Daten es etwa, auf Computersysteme der Nato zuzugreifen. Eine unbefugte Weitergabe hätte eine „erhebliche Gefahr“ für die Sicherheit des Bündnisses und damit auch die äußere Sicherheit Deutschlands bedeutet. Der Mann war im vergangenen August in seinem Pfälzer Wohnort festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

dpa

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