Atommülllagerung

Anlieger drangen auf Asse-Räumung

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Foto: Die Bergung von Nuklearabfällen aus dem maroden Atommüll-Lager Asse bei Wolfenbüttel könnte sich um mehrere Jahre verzögern.

Hannover - Bürgerinitiativen am Atommülllager Asse haben den neuen Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) zu einem klaren Bekenntnis zur Rückholung des eingelagerten Mülls aufgefordert.

Bürgerinitiativen am Atommülllager Asse haben den neuen Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) zu einem klaren Bekenntnis zur Rückholung des eingelagerten Mülls aufgefordert. Einen Tag vor Altmaiers Besuch in dem ehemaligen Salzbergwerk bei Wolfenbüttel verlangten die Initiativen am Donnerstag, dass die Rückholung von 126.000 Atommüllfässern höchste Priorität haben müsse.

Falls der ohnehin problematische Wasserzufluss in die Grube ein unkontrollierbares Ausmaß annimmt, werde bislang lediglich ein Notfallkonzept zur Flutung des Bergwerks vorbereitet. Damit könnten vorschnell Fakten geschaffen werden, die eine Bergung der Fässer unmöglich macht, kritisierten die im Asse II-Koordinationskreis vereinten Initiativen. Bereits jetzt – so ihr Vorschlag – könnte parallel zu dem maroden Stollen eine neue Abtransportstrecke für eine spätere Bergung der Fässer in den Berg getrieben werden.

„Wir unterstellen dem Betreiber und dem Ministerium nicht, die Flutung aktiv zu wollen, aber wir stellen fest, dass sie vorbereitet wird“, sagte der Sprecher des Koordinationskreises, Andreas Riekeberg. Für das Notfallkonzept habe das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zudem keinerlei Alternativen präsentiert. Werde das Konzept umgesetzt, drohe ein unkontrollierte Eindringen atomar verseuchter Lauge in die Umwelt.

Um dies zu verhindern, müsse man sich gegebenenfalls auf das Abpumpen und Wegschaffen einer größeren Menge an eindringendem Wasser rüsten, als bisher vorgesehen. Selbst wenn es zu einer Flutung und Zubetonieren der Schachtanlage käme, könne über ein Ventil die Möglichkeit gesichert werden, Wasser und entstehende Gase abzupumpen.

dpa

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