Ozeanriese der Meyer Werft

„Anthem of the Seas“ erreicht Emsmündung

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Die "Anthem" wird voraussichtlich Ende April an die Reederei "Royal Caribbean" übergeben werden.

Papenburg - Die „Anthem of the Seas“ hat in der Nacht zu Mittwoch die Emsmündung erreicht. Das neue Riesenschiff hatte am Dienstag die Meyer Werft in Papenburg verlassen. Der 348 Meter lange Ozeanriese soll am 20. April im englischen Southampton getauft werden.

Der neue Ozeanriese der Meyer Werft in Papenburg hat in der Nacht zu Mittwoch das Emssperrwerk bei Emden passiert und im Pier in Eemshaven (Niederlande) angelegt. „Die Fahrt verlief ohne Probleme“, sagte ein Werft-Sprecher am Mittwochmorgen. Das 348 Meter lange und 41 Meter breite Riesenschiff „Anthem of the Seas“ hatte am Dienstagnachmittag die Schleuse des Werfthafens verlassen und war im Rückwärtsgang auf die Ems gefahren. Vor Emden wurde das Schiff schließlich gedreht.

In Eemshaven liegt das Kreuzfahrtschiff bis zum Wochenende vor Anker und wird mit Treibstoff und Proviant beladen. Noch während der Überführung sind nach Werftangaben mehrere hundert Menschen an Bord, denn das Schiff ist in den kommenden Wochen bis zur Übergabe noch eine schwimmende Baustelle. Der Innenausbau muss vollendet und die technische Ausrüstung geprüft werden.

NächsteWoche geht der 168 600 Bruttoregistertonnen große Schiffskoloss auf Erprobungsfahrt vor der norwegischen Küste, bevor er in Bremerhaven mit dem Hotel-Equipment der Reederei ausgestattet wird. Mitte April soll der Kreuzfahrtriese an die Reederei Royal Caribbean International übergeben werden. Die Taufe ist für den 20. April im englischen Southampton vorgesehen.

Politische Debatte um die Ems

Unterdessen sorgen die Überführungen der Meyer Werft weiter für politische Diskussionen. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) rechnet bei einem Scheitern des Masterplans Ems mit schwerwiegenden Folgen. "Dann fallen die Entscheidungen außerhalb des Landes und sie werden für alle Beteiligten unkalkulierbar", sagte Wenzel der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Masterplan soll bis 2050 einen verbindlichen Rahmen dafür schaffen, dass einerseits der ökologische Zustand der Ems verbessert wird, der Fluss andererseits aber auch weiterhin von der Meyer Werft in Papenburg als Bundeswasserstraße für die Überführung ihrer Kreuzfahrtschiffe genutzt werden kann.

Damit der Masterplan in Kraft treten kann, müssen die Landkreise Emsland und Leer sowie die kreisfreie Stadt Emden dem Vertragswerk zustimmen. Im Falle eines Scheiterns rechnet der Minister mit einem Vertragsverletzungsverfahren der EU und weiteren Klagen von Umweltverbänden. Die notwendigen Maßnahmen entlang der Ems würden dann deutlich "härter und teurer" ausfallen, als bei der Umsetzung des Masterplans. Das gelte auch für die ökologischen Ausgleichsflächen, die wohl deutlich höher veranschlagt werden müssten als die jetzt vorgesehenen 700 Hektar. Wenzel stellte ferner eine stärkere Einbeziehung von Landwirten in Aussicht. "Immer, auch dann, wenn es um Flächen geht, wollen wir die Landwirtschaft selbstverständlich einbinden", sagte Umweltminister.

dpa/frs

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