Organspende-Skandal von Göttingen

Arzt weist Manipulationsvorwürfe zurück

+
Foto: Außenansicht des Universitätsklinikums Göttingen. Ein früherer leitender Oberarzt der Klinik ist wegen versuchten Totschlags in elf und Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen angeklagt.

Göttingen - Nach dem Organ-Transplantationsskandal am Göttinger Uniklinikum steht der frühere Chef der Transplantationsmedizin wegen Totschlags in elf Fällen vor dem Landgericht. Ein Experte der Bundesärztekammer wird nun dazu als Zeuge angehört.

Im Göttinger Prozess um Betrug bei Organtransplantationen wird am Montag ein Experte der Bundesärztekammer vernommen. Er soll als Zeuge zu den Richtlinien für Organspenden aussagen. In dem Verfahren muss sich der frühere Leiter der Transplantationsmedizin im Göttinger Uniklinikum wegen versuchten Totschlags in elf Fällen und wegen Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen verantworten. Er soll Daten manipuliert haben, um schneller Spenderorgane für seine Patienten zu bekommen. Es handelt sich um das bundesweit erste Verfahren, in dem einem Arzt nach Manipulation von Patientendaten Tötungsdelikte vorgeworfen werden. Rechtsexperten halten es für schwierig, weil nicht klar nachgewiesen werden kann, wer die Geschädigten sind. Der Prozess dürfte langwierig werden. Bislang sind mehr als 40 Verhandlungstage angesetzt.

dpa

Kommentare