Mediziner warnen

Aufgespritzte Waden sind "In" beim Oktoberfest

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Foto: Stramm auf dem Oktoberfest: Man(n) achtet auf die Figur.

- Drei Wochen vor Beginn des Oktoberfestes in München beobachten Mediziner einen seltsamen Trend: Immer mehr Männer erkundigen sich nach Waden-Implantaten. Ein Einzelfall? Offenbar nicht. Denn immer öfter versuchen auch die Herren, der Schöpfung künstlich nachzuhelfen.

Gestandene Mannsbilder haben auf dem Oktoberfest in München, das in knapp drei Wochen startet, jede Menge Gelegenheiten sich zu brüsten. Erstmals macht die XXL-Schiffsschaukel „Konga“ auf der Theresienwiese Station. In 45 Metern Höhe gibt es auf der weltweit größten Schaukel sogar Dschungelflair mit Affengezeter – eine maritime Mutprobe für Wiesn-Besucher. Klassischer geht es bei traditionellen Disziplinen wie Mega-Maßkrug-Stemmen, Auf-den-Tischen-Tanzen und Hau-den-Lukas zu.

Doch in diesem Jahr übertreiben es die Buam in Hirschlederhosen: Schönheits­chirurgen warnen jetzt, dass immer öfter Männer nach Waden-Implantaten fragen. Speziell in den Wochen vor der Wiesn, sagt Professor Werner Mang von der Bodenseeklinik in Lindau, wachse der Wunsch nach strammen Waden.

Der beinharte Wiesn-Look

Mang warnt: „Natürlich kann man das machen, aber auch hier ist der Tastbefund sehr unnatürlich, und es kann zu Lageveränderungen und Entzündungen kommen.“

Oder weniger medizinisch ausgedrückt: Wadenimplantate zählen zu den sinnlosesten Eingriffen in der Schönheitschirurgie überhaupt. Wer Muskeln vom Format eines Arnold Schwarzenegger wünsche, solle statt in die Klinik lieber ins Fitnessstudio gehen. Denn auch von imponierenden Brust­implantaten und Sixpacks aus Silikon raten die Experten entschieden ab.

Immer öfter versuchen die Herren, der Schöpfung künstlich nachzuhelfen. Lag der Männeranteil bei Schönheitsoperationen 1990 noch bei 5 Prozent, so ist der Wert inzwischen auf rund 15 Prozent geklettert. Beliebtester Eingriff ist derzeit die Lidstraffung, knapp dahinter kommen schon Fettabsaugen und Faltenglätten mittels Botox. Dabei sind die Wünsche der Generationen durchaus verschieden. Während Ältere ihren Chirurgen gerne an Hals und Stirn herumoperieren lassen, wünschen sich Jüngere lieber gerichtete Nasen und straffe Bauchdecken.

Gut, dass die Männer von der schneidenden Zunft auch einen hilfreichen Tipp haben für alle Oktoberfestbesucher, die sich mit ihren mickrigen Waden nicht in die Festzelte zwischen die vielen Dirndlträgerinnen trauen. Einfach statt der traditionellen „Loferl“ ein paar zünftige, lange Wadenstrümpfe anziehen und gut mit Watte auspolstern. Fertig ist der beinharte Wiesn-Look.

Von Harald John

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