Niedersachsen

Ausbildungsplätze bleiben zunehmend unbesetzt

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Foto: In Niedersachsen bleiben Ausbildungsplätze immer häufiger unbesetzt.

Hannover - Die Agentur für Arbeit schlägt Alarm: Der demografische Wandel macht sich auf dem Ausbildungsmarkt bemerkbar. Betriebe in Niedersachsen haben zunehmend Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen.

In Niedersachsen bleiben Ausbildungsplätze immer häufiger unbesetzt. Zum Abschluss der Bewerbungsphase zogen Handwerkskammern, Unternehmerverbände und die Bundesagentur für Arbeit eine ernüchternde Bilanz: „Waren 2011 noch 2416 Stellen offen, so betrug diese Zahl im laufenden Ausbildungsjahr 2581.“ Das entspricht einem Anstieg von 5,8 Prozent, betonten die Ausbildungsmarkt-Partner am Montag in einer gemeinsamen Erklärung.

Die Zahl der gemeldeten Lehrstellen blieb im Vergleich zum Vorjahr dagegen mit 53.586 weitgehend stabil (-0,8 Prozent). Den offenen Lehrstellen standen 1566 unvermittelte Jugendliche gegenüber - ein Anstieg von 11,9 Prozent im Vergleich zu 2011. Davon haben 7,3 Prozent Abitur, 34 Prozent einen Realschul- und 36,8 Prozent einen Hauptschulabschluss. Der Rest hat keine Schule mit einem Abschluss beendet.

Regional gibt es aber große Unterschiede. „Im westlichen und nördlichen Niedersachsen ist die Situation für die Unternehmen in vielen Berufen schwieriger als im südlichen und östlichen Niedersachsen“, heißt es in der Erklärung. Starke Unterschiede gibt es auch je nach Branche: Während es in kaufmännischen Berufen kaum Mangel an Bewerbern gibt, klagen viele gewerblich-technische Betriebe über zu wenige Bewerber.

Den Betrieben wird empfohlen, sich künftig aktiver um Auszubildende zu bemühen und auch Kandidaten mit schwächeren Noten eine Chance zu geben. Die Jugendlichen dagegen sollten mehr Bereitschaft zeigen, auch weniger bekannte Berufsfelder und andere Regionen bei ihrer Suche nach einer Lehrstelle in Betracht zu ziehen.

Junge Menschen, die noch immer eine Stelle suchen, sollen demnächst weitere Angebote erhalten. Ihre Perspektiven werden als gut eingeschätzt. Insgesamt gibt es in Niedersachsen und Bremen zudem 3527 Plätze für eine außerbetriebliche Ausbildung. Bis Ende September waren insgesamt 67.988 Bewerber gemeldet.

dpa/sag

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