Bedrohter Fischbestand

Baby-Aale sollen Bestand in der Elbe retten

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Foto: Volkmar Hinz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen hält ein Glas mit sogenannten Glasaalen in den Händen.

Bleckede - Mehr als 470.000 winzige Baby-Aale sollen den Bestand der bedrohten Wanderfische in der Elbe stabilisieren. Bei Bleckede im Landkreis Lüneburg wurden am Mittwoch zum ersten Mal seit mehreren Jahren wieder sogenannte Glasaale ausgesetzt.

Die noch fast durchsichtigen Jungfische wiegen bei einer Länge von sechs bis zehn Zentimetern nur 0,3 bis 0,4 Gramm, sagte Koordinator Volkmar Hinz von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK). In den vergangenen Jahren waren meist zuvor in Aufzuchtstationen aufgepäppelte Tiere freigelassen worden.

Insgesamt sollten im Verlauf des Tages an etwa 85 Orten zwischen Schnackenburg und Geesthacht rund 157 Kilogramm der kleinen Aale in die Elbe und einige ihrer Nebengewässer ausgesetzt werden. „Die Bestände sind nach Einschätzung von Experten in den letzten drei Jahrzehnten um 90 Prozent zurückgegangen“, warnte Hinz.

Die am Dienstag entlassenen Tiere seien vor den europäischen Küsten gefangen worden, berichtete Hinz. In diesem Jahr seien es besonders viele, warum sei unklar. „Seit Beginn der Aktion im Jahr 2006 haben wir bis heute mehr als 1,4 Millionen Jungaale für insgesamt fast 400 000 Euro in die Elbe gesetzt.“ Mit ihren vielen Nebenflüssen und den Schilfufern gelte die Elbe als idealer Fluss für die Besatzaktion, hieß es.

Die EU und das Land Niedersachsen tragen auch in diesem Jahr wieder rund 60 Prozent der Kosten von insgesamt 43.000 Euro. Den Rest bezahlen laut LWK Fischereiverbände, Angler und die Gemeinschaftsinitiative Elbefischerei. Ähnliche Aktionen gibt es auch in anderen Bundesländern entlang der Elbe, etwa in Schleswig-Holstein, Brandenburg oder Sachsen-Anhalt.

Trotz der stetig verbesserten Wasserqualität sei der Aalbestand auch in der Elbe dramatisch zurückgegangen, sagte Hinz. Als Ursachen nannte er Fischerei, verbaute Gewässer und durch den Klimawandel veränderte Meeresströmungen. Auch die Turbinen von Wasserkraftwerken, eingeschleppte Parasiten und Kormorane hätten zum Niedergang beigetragen.

dpa/ska

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