Auszeichnung in Düsseldorf

63. Bambi-Verleihung mit Traumfrauen und Alltagshelden

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Foto: Zum 63. Mal wurde am Donnerstag der Bambi an Menschen „mit Visionen und Kreativität, die das deutsche Publikum besonders berührt und begeistert haben“, vergeben.

Düsseldorf - Sie sollen Außerordentliches geleistet, selbstlos geholfen, perfekt unterhalten - oder einfach nur die Herzen bewegt haben: Prominente, aber auch weniger Bekannte haben am Donnerstag in Düsseldorf den Bambi bekommen.

Im vergangenen Jahr hatte Peter Maffay eine weniger angenehme Aufgabe. Damals musste er den Integrations-Bambi an Rüpel-Rapper Bushido überreichen. Der Skandal war perfekt und Volksmusikstar Heino derart aufgebracht über die Entscheidung, dass er seinen Bambi kurze Zeit später versteigerte. Diesmal sparte sich der Burda-Verlag größere Skandale, und auch Peter Maffay hat es besser getroffen. Der Sänger hielt die Laudatio für Céline Dion. Die kanadische Sängerin („My Heart will go on“) bedankte sich brav und sympathisch auf deutsch und begeisterte die geladenen Gäste in der Düsseldorfer Stadthalle gleich zweimal mit ihrer Stimme.

Zum 63. Mal wurde am Donnerstag der Bambi an Menschen „mit Visionen und Kreativität, die das deutsche Publikum besonders berührt und begeistert haben“, vergeben. In den Anfangsjahren duften noch die Leser der Burda-Zeitschriften die Preisträger bestimmen. Mittlerweile entscheidet eine Jury, bestehend aus Verlagschef Hubert Burda und den jeweiligen Chefredakteuren, wer das goldene Rehkitz bekommt.

Als Marika Rökk 1948 den ersten Bambi in den Händen hielt, war der heutige Gastgeber Burda gerade acht Jahre alt. Der Kern des Preises blieb allerdings bis heute gleich. Und so erschienen der Jury schon immer auch ernste Themen preiswürdig. Doch das Thema Integration nahm Burda diesmal lieber selbst in die Hand. Den Integrationspreis überreichte er Daniel Alter. Der Berliner Rabbiner, der am 28. August Opfer eines brutalen Angriffs wurde und eine Baseball-Kappe über seiner Kippa tragen muss, um nicht antisemitischer Hetze ausgesetzt zu sein, erinnerte in seiner Dankesrede auch an die alltägliche Gewalt, die nach wie vor in Deutschland herrscht.

Doch weil eine Gala schließlich auch glänzen muss, dominierte vor allem die Prominenz den dreistündigen Abend. 1000 geladene Gäste ließen sich von 30 Köchen und 60 Hostessen verwöhnen. Die Verleihung des Bambi ist zu einer Großveranstaltung geworden, mit der in diesem Jahr auch Düsseldorf sein Image als Medienstandort poliert. Jutebeutel mit „Tribute to Bambi“-Logo wurden verkauft, ein sechs Meter hohes Kitz begrüßte die Gäste auf der Kö.

Den Kreisch-Faktor steuerte die britische Boyband One Direction bei, den Glamour-Faktor Hollywood-Schauspielerin Salma Hayek, die den Preis in der Kategorie „Film international“ bekam. Das war sogar dem US-Magazin „Hollywood Reporter“ einen Bericht wert.

Für die rührigen Erinnerungen an die gute, alte Fernsehzeit war dann indes wie so oft am Ende eines langen TV-Abends einer aus der alten Schauspieler-Garde zuständig: Joachim Fuchsberger bekam das Rehkitz für sein Lebenswerk.

Das sind die Preisträger

  1. Lebenswerk: Joachim Fuchsberger
  2. Film International: Salma Hayek
  3. Milleniums Bambi: Felix Baumgartner
  4. Entertainment: Céline Dion
  5. Pop International: One Direction
  6. Pop National: Cro
  7. Shootingstar: Andreas Gabalier
  8. Stille Helden: Ruth Pfau
  9. Sport: Julius Brink und Jonas Reckermann; Kirsten Bruhn
  10. Comedy: Martina Hill
  11. Integration: Rabbiner Daniel Alter, Tina K.
  12. Talent: Mercan-Fatima Türkoglu
  13. Film national: „Türkisch für Anfänger“
  14. Schauspielerin national: Alina Levshin („Kriegerin“)
  15. Schauspieler national: Ulrich Tukur („Rommel“)

Von Nora Lysk

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