Landgericht Stade

Bankangestellter soll Millionen veruntreut haben

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Foto: In Stade steht ein Bankangestellter wegen Veruntreuung vor Gericht.

Stade - Er war spielsüchtig und hat Millionen unterschlagen – ein Bankmitarbeiter aus Buxtehude muss sich seit Montag vor dem Stader Landgericht wegen Betrugs veranworten.

Weil er mehr als 8,4 Millionen Euro veruntreut haben soll, muss sich ein 39-jähriger Bankangestellter aus Buxtehude seit Montag vor dem Stader Landgericht verantworten. Die Anklage wirft ihm Betrug im besonders schweren Fall und Urkundenfälschung vor. Zwischen 2007 und 2010 soll sich der Mann in 156 Fällen Geld in die eigene Tasche gesteckt haben. Mal waren es nur einige Hundert Euro, in einem Fall sogar 320.000 Euro. Er habe sich Bargeld auszahlen lassen oder vereinbarte Investitonen einfach selbst behalten, anstatt sie für die Kunden anzulegen.

Wieso dies in der Bank jahrelang niemanden aufgefallen ist und der Mitarbeiter ohne jegliche Gegenkontolle große Summen hin- und herbuchen konnte, ist bislang unklar. Die Organisation der Bankfiliale sei in dem Verfahren noch nicht zur Sprache gekommen, sagte eine Justizsprecherin am Montag. Am ersten Prozesstag wurde nur die Anklage verlesen.

Rund 4,5 Millionen Euro hat der Angeklagte mittlerweile an die Bank zurückgezahlt, den Rest soll er größtenteils in der Hamburger Spielbank und im Internet verspielt haben. Ob er wegen seiner Spielsucht schuldunfähig ist oder nicht, ist strittig. Den Kunden ist kein Schaden entstanden, sie bekamen ihr Geld von der Bank erstattet.

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