Überfall in Peine

Bankräuber schießen auf Zeugen

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Peine - Zwei Maskierte haben am Dienstag in Peine eine Bank überfallen und in der Filiale mehrfach in die Decke geschossen. Bei ihrer Flucht schossen sie vor dem Gebäude auf Zeugen und verletzten einen Mann am Arm. Die Polizei sucht bisher vergeblich nach den brutalen Bankräubern.

Zum Zeitpunkt des Überfalls hielten sich fünf Angestellte und vier Kunden in der Sparkasse auf. Die beiden Männer forderten unter Vorhalten einer Schusswaffe die Herausgabe von Geld. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, schoss einer der Täter mehrfach in die Decke des Schalterraums. Polizei-Sprecher Peter Rathai sagt: „Daraufhin wurde den beiden Männern Bargeld in bisher noch nicht bekannter Höhe ausgehändigt."

Nachdem sie das Geld erhalten hatten, verließen die Räuber die Bank und flüchteten in die nahegelegene Rostocker Straße. Zwei Zeugen, die den Überfall mitbekommen hatten, wollten die Täter verfolgen, als diese das jedoch bemerkten, schossen sie mindestens zweimal in Richtung der Zeugen. Hierbei wurde einer der Zeugen, der sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite neben einem Kiosk aufhielt und gerade sein Mofa besteigen wollte, leicht am Arm verletzt – vermutlich durch Kugel-Splitter, die von dem in der Hauswand auftreffenden Geschoss stammen.

Neben diesen Zeugen gab es nach bisherigen Erkenntnissen fünf weitere Personen, die wegen des Schocks ärztlich und seelsorgerisch behandelt werden mussten. Hierbei handelt es sich um die Angestellten und Kunden der Sparkasse, die sich zum Zeitpunkt des Überfalls in der oder vor der Bank aufgehalten haben (siehe Text unten). Zwei der verletzten Personen wurden zur weiteren Behandlung ins Klinikum Peine eingeliefert.

Die sofort eingeleitete Fahndung der Polizei, wobei auch ein Hubschrauber über dem Peiner Stadtgebiet im Einsatz war, verlief bisher ohne Ergebnis. Rathai erklärt: „Bei den Tätern soll es sich um zwei südländisch aussehende Ausländer handeln, die etwa 1,65Meter groß sind. Beide sollen Jeans getragen haben. Einer der Täter hatte ein schwarzes Kapuzenshirt oder eine schwarze Jacke an, während der Zweite ein graues Kapuzenshirt oder eine graue Jacke getragen haben soll." Der Täter mit dem schwarzen Oberteil hatte laut dem Polizei-Sprecher einen Vollbart und trug grüne Schuhe, während der andere Täter schwarze Schuhe getragen haben soll. Die Täter führten eine schwarze Tasche mit sich, in dem sie das Geld verstauten. Die Ermittlungen der Polizei dauern zur Zeit an.

Zeugen hatten Todesangst: "Ich dachte, er bringt jemanden um"

„Ich hatte Todesangst", sagt Gabriela H. nur kurze Zeit nach dem Überfall. Die 51-jährige Peinerin hatte gerade auf einen Gesprächstermin in der Bankfiliale in der Südstadt gewartet, als plötzlich Schüsse fielen. „Wir sollten uns alle auf den Boden legen", schildert sie. „Einer der Männer sagte, dass uns nichts passieren werde, wenn wir kooperieren. Aber als er nicht sofort das Geld bekam zählte er plötzlich einen Countdown. Da dachte ich, er bringt jemanden um. Mir war so heiß. Ich hatte solche Angst, mich zu bewegen. Ich dachte, ich würde sterben", schildert sie weiter.

Gabriela H. und auch den weiteren Kunden, sowie den fünf Bankmitarbeitern standen gestern ein Notarzt und ein Seelsorger zur Seite. „Auch über den heutigen Tag hinaus können sich alle Betroffenen jederzeit an die Seelsorge wenden", sagt Elke Brandes, Sprecherin der Kreissparkasse Peine. „Körperlich sind alle unverletzt, aber dieser Überfall ist natürlich eine sehr große psychische Belastung."

Auch Thomas L. aus der Peiner Südstadt steht unter Schock. „Ich habe eine SMS von meiner Freundin bekommen, dass sie in der Sparkasse ist und es dort einen Überfall gibt", schildert der 51-Jährige. Als er mit dem Auto dort ankam, sah der die Räuber noch flüchten. „Ein Schuss ging an meinem Auto vorbei quer über die Straße. Das hätte auch anders enden können."

tk/ju

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