Kurioser Überfall

Bankräuberin liefert Beute bei der Polizei ab

Peine - Kurioser Bankraub in Peine: Erst führte die Frau ein Beratungsgespräch, dann zückt sie einen Spielzeugrevolver und bedroht Angestellte und Kunden in einer Peiner Sparkassenfiliale. Später lieferte die Bankräuberin ihre Beute bei der Polizei ab.

Zunächst sah es aus wie ein normales Beratungsgespräch. Doch als der Bankangestellte die 56-Jährige im Anschluss zum Ausgang begleiteten wollte, zog die Frau im Schalterraum plötzlich eine Waffe – wie sich später herausstellte einen Spielzeugrevolver.

Die Frau zwang die Angestellten und Kunden, sich auf den Boden zu legen. Insgesamt befanden sich zu diesem Zeitpunkt nach Angaben der Polizei zehn Personen in der Sparkasse. Mit vorgehaltener Waffe forderte sie von einem Mitarbeiter, Geld in ihre Handtasche zu stecken. Laut Polizei war es ein mittlerer vierstelliger Betrag. Anschließend flüchtete die Täterin aus der Filiale, stieg in ihr Auto – und fuhr auf direktem Weg zur Polizeiwache an der Schäferstraße. In der Zwischenzeit war eine Großfahndung mit mehreren Streifenwagen eingeleitet worden.

Auf der Polizeidienststelle überreichte die Frau die Beute mit den Worten „Ich will das Geld hier abgeben“ den völlig verdutzten Beamten. Die 56-Jährige wurde sofort festgenommen. Bislang machte die Täterin noch keine Angaben zu einem möglichen Motiv, sie kontaktierte noch am Abend einen Anwalt. Wie Polizeisprecher Peter Rathai auf PAZ-Anfrage erklärte, habe die Frau, die bereits polizeibekannt ist, bei der Festnahme einen leicht verwirrten Eindruck gemacht.

In ihrem Fahrzeug wurde später ein schwarzer Spielzeugrevolver gefunden. Die Frau soll am Dienstag einem Haftrichter vorgeführt, der über ihren Verbleib entscheidet. Die Nacht musste die Frau in einer Zelle auf der Polizeiwache verbringen. Einige Personen, die sich während der Tat in der Sparkassen-Filiale aufhielten, mussten sich ärztlichen Behandeln lassen, da sie laut Rathai „stark unter dem Eindruck des Geschehens standen“.Die Kreissparkasse Peine konnte am Montag wegen der laufenden Ermittlungen nichts zum Tathergang sagen. „Für uns ist das Allerwichtigste, dass kein Mensch zu Schaden gekommen ist“, sagte Sprecherin Elke Brandes. „Die Mitarbeiter werden auf Wunsch psychologisch betreut.“

mic/jti

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