Nordsee-Windpark bringt keine Aufträge mehr

Bard-Tochter in Cuxhaven steht vor Aus

+
Foto: Dem Windkraft-Pionier Bard droht am Standort Cuxhaven der Verlust von 213 Arbeitsplätzen.

Cuxhaven - Beim Windkraft-Pionier Bard droht am Standort Cuxhaven bis März 2013 der Verlust von 217 Arbeitsplätzen. Nach dem Bau von 80 Fundamenten für den ersten kommerziellen Nordsee-Windpark „Bard Offshore 1“ seien keine Anschlussaufträge in Sicht, sagte ein Bard-Sprecher am Dienstag in Bremen.

Geschäftsführung und Betriebsrat der Bard-Tochter Cuxhaven Steel Construction (CSC) hätten sich daher auf einen Interessenausgleich und einen Sozialplan geeinigt. Bard sei jedoch weiter auf der Suche nach potenziellen Investoren und verhandele um Fremdaufträge. Diese sollten eine Voll- oder zumindest Teilauslastung bei CSC in Cuxhaven sicherstellen.

Die Probleme bei Bard hatten sich schon länger angebahnt. Mitte Juni räumte Bard Schwierigkeiten bei der Suche nach einem Käufer für die gesamte Gruppe mit Standorten in Emden, Bremen und Cuxhaven ein. Künftig seien Teilverkäufe nicht mehr ausgeschlossen. Ende September soll auch die Rotorblattfertigung in Emden auslaufen. Betroffen davon sind rund 100 Mitarbeiter. Der bisherige Geschäftsführer Bernd Ranneberg wurde durch den Chef des Münchner Beratungsunternehmens Michael Baur abgelöst.

Bard kündigte zudem an, sich ganz auf den Bau des Windparks „Bard Offshore 1“ zu konzentrieren. Er soll zum Jahreswechsel 2013/14 mit 80 Anlagen rund 90 Kilometer nördlich von Borkum entstehen. Bisher stehen mehr als 40 Fundamente und Türme, 16 Anlagen sind am Netz.

Der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Olaf Lies kritisierte die Industriepolitik der CDU/FDP-Regierung, er forderte ein Offshore-Akutprogramm. Mit einem Transferpool für die norddeutsche Küste könnten hoch qualifizierte Fachkräfte gesichert werden. Gefragt sei auch der Bund, der mit Krediten die Finanzierung von Offshore-Projekten absichern könnte.

dpa

Kommentare