Geschichte

Bauarbeiten legen alte Hafenreste von Aurich frei

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Die Grabungsleiterin Dorota Lukaszewska und der Direktor der Ostfriesischen Landschaft, Rolf Bärenfänger (2. v.r.), besprechen die anstehenden Arbeiten an der Fundstelle des ehemaligen Stadthafens in Aurich.

Aurich - Im ostfriesischen Aurich sind bei Bauarbeiten im Stadtzentrum Überreste eines 200 Jahre alten Hafens aufgetaucht. Einzig das Hafenwärterhaus war bislang noch erhalten. Nun sollen weitere Hafenteile ausgegraben werden.

Reste eines alten Hafens sind mitten im ostfriesischen Aurich wieder aufgetaucht. Das Areal war in den 1930er Jahren zugeschüttet worden. Beim Ausbau des Georgswalls nahe des Stadtzentrums wurden bisher hölzerne Brückenpfeiler freigelegt, sagte Direktor Rolf Bärenfänger von der Ostfriesischen Landschaft.

Der Regionalverband für Kultur, Wissenschaft und Bildung betreut die Ausgrabungen. Ursprünglich war vor 200 Jahren an dieser Stelle ein kleiner Hafen mit einem Schiffsanleger. Täglich läutete gegen 16 Uhr eine Glocke auf dem Hafenwärterhaus, um die Abfahrt des Schiffes nach Emden zu signalisieren. Dieses „Pingelhus“ ist bis heute erhalten.

In den kommenden Wochen sollen neben den Brückenresten auch Teile der alten Kaje wieder sichtbar werden. Dort legten ehemals Schiffe mit Handelswaren an. „Auf historischen Zeichnungen ist auch ein Kran für Verladearbeiten zu sehen“, sagte Bärenfänger. Von den aktuellen Ausgrabungen wird auf Dauer neben Fotos nicht viel erhalten bleiben: Nach den Sanierungsarbeiten wird der historische Platz wieder verfüllt.

Vor knapp 100 Jahren war der Hafen von Aurich zum ersten Mal zugeschüttet worden. Der Betrieb war unwirtschaftlich, zudem galt das Wasser mitten in der Stadt als dreckig und gesundheitsschädlich. Mit dem Bau des Ems-Jade-Kanals von Emden nach Wilhelmshaven bekam die nach Emden zweitgrößte Stadt Ostfrieslands später einen neuen Hafen. Bis auf den Transport von Baumaterial wird er bis heute überwiegend von der Sportschifffahrt genutzt.

dpa

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