Prozess

Bayern-Profi Breno ließ Schlafmittel mitgehen

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Foto: Seit Mitte Juni muss sich Fußball-Profi Breno wegen des Vorwurfs der schweren Brandstiftung vor Gericht verantworten.

München - Zum ersten Mal hat Fußball-Profi Breno Angaben zu dem Tag gemacht, als sein Haus in Flammen aufging. Es könne sein, dass er in der Brandnacht Schlafmittel genommen habe. Die habe er aus dem Medizinschrank des FC Bayern mitgehen lassen.

Der ehemalige Bayern-Profi Breno hat sich in seinem Münchner Prozess erstmals zu der Nacht geäußert, in der sein Haus abbrannte. Der Brasilianer gab am Dienstag vor der 12. Strafkammer des Landgerichts München I an, Schlaftabletten in größeren Mengen aus dem Medizinschrank seines langjährigen Vereins FC Bayern München genommen zu haben.

„Von dem Medikament habe ich immer eine Packung zu Hause gehabt, die ich mir aus der medizinischen Abteilung des Clubs einfach mitgenommen habe“, hieß es in einer Erklärung, die sein Anwalt Werner Leitner vor Gericht verlas. „Der Medizinschrank war tagsüber offen und ich war wegen meiner Verletzung immer wieder in medizinischer Behandlung.“ Er könne sich zwar nicht mehr erinnern, ob er das Medikament auch in der Brandnacht eingenommen habe, ließ Breno am siebten Verhandlungstag erklären. Dies sei aber gut möglich.

Sein ehemaliger Manager hatte schon vor gut einer Woche im Zeugenstand ausgesagt, Breno habe in der Brandnacht vom 19. auf den 20. September nicht nur unter Alkohol-, sondern auch unter Medikamenteneinfluss gestanden. „Eins steht fest: Der Breno war in dieser Nacht ein anderer als der, den wir sonst kennen“, betonte sein Anwalt nach der Verhandlung.

Brenos Ex-Manager hatte zu Protokoll gegeben, der Abwehrspieler habe beim FC Bayern wiederholt Medikamente wie Schlafmittel erhalten. Dies hatte der Verein zurückgewiesen. „Diese Aussagen entbehren jeglicher Grundlage. Grundsätzlich gibt es beim FC Bayern keine Schlafmittel“, hielt am vergangenen Montag der damalige Sportdirektor Christian Nerlinger dagegen. „Es bleibt bei dieser Aussage“, bekräftigte am Dienstag Bayern-Mediendirektor Markus Hörwick.

Wenn er schlecht schlafen konnte, habe er immer wieder auf das Medikament zurückgegriffen, ließ Breno über seinen Anwalt erklären. An dem Abend, an dem das Feuer ausbrach, sei er wegen einer anstehenden medizinischen Untersuchung am nächsten Tag sehr nervös gewesen. Auch Alkohol war in den Monaten vor dem Brand wohl sein Begleiter, wie aus Aussagen des Aachener Psychiaters Henning Saß hervorgeht. Seinen Angaben zufolge trank Breno in der Zeit vor dem Brand bis zu einer Flasche Whiskey am Tag. Er habe nach seiner Rückkehr vom 1. FC Nürnberg zum Ende der Saison 2009/10 regelmäßig getrunken, etwa einmal pro Woche, berichtete Saß.Am fraglichen Abend habe er Bier, fast einen Liter Portwein und viel Whiskey getrunken. Nach Angaben einer Gerichtsmedizinerin war Breno bei Brandausbruch aber nicht so betrunken, dass er unzurechnungsfähig gewesen sei.

Seit Mitte Juni muss sich Breno wegen des Vorwurfs der schweren Brandstiftung vor Gericht verantworten. Laut Anklage soll er im September vergangenen Jahres seine angemietete Villa im Münchner Nobel-Vorort Grünwald vorsätzlich in Brand gesteckt haben. Er selbst schweigt zu den Vorwürfen und hat bislang nur Angaben zu seiner Person und nun auch zu seinem Medikamentenkonsum gemacht. Um diesen genauer klären zu können, hat die Verteidigung für diesen Mittwoch die Befragung eines weiteren Mediziners beantragt, der Breno nach dem Brand untersucht hatte. Außerdem soll auch noch einmal Psychiater Saß zu Brenos psychischem Zustand aussagen. Sollte es dann keine weiteren Beweisanträge geben, kommt es im Anschluss zum Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

dpa

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