Ostertipps in Niedersachsen

Wo der Berg brennt

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Auch in diesem Jahr werden wieder sechs brennende Räder im Abstand von fünf Minuten am Ostersonntag den Osterberg herunterrollen.

- Das lange Wochenende bietet mehr als nur Ostereier: Quer durch Niedersachsen gehen die Kommunen an den Feiertagen ihren Osterbräuchen nach – und freuen sich auf Gäste. Schauen Sie doch mal vorbei!

Wie alt die Tradition ist, brennende Räder einen Berg herunterrollen zu lassen, weiß Dieter Stumpe nicht ganz genau. In einem Archiv in Südfrankreich habe man Hinweise gefunden, dass auf diese Weise bereits im Jahr 300 nach Christus der Winter vertrieben werden sollte. In Lügde jedenfalls wird das Spektakel mindestens seit 1743 veranstaltet. „Darauf verweist die älteste Urkunde, die wir kennen“, sagt Stumpe. Und auch in diesem Jahr werden wieder sechs brennende Räder im Abstand von fünf Minuten am Ostersonntag den Osterberg herunterrollen.

Knapp 20 000 Zuschauer werden zu dem Ereignis in der nordrhein-westfälischen Stadt erwartet, die rund fünf Kilometer vom niedersächsischen Bad Pyrmont entfernt liegt. Eigentlich brennen gar nicht die Räder, sagt Stumpe, der dem veranstaltenden Dechenverein vorsitzt. „Sondern eine Mischung aus Roggenstroh und Haselnussruten.“ Diese werden in das Loch in der Mitte des Eichenholzrades gestopft. Zudem liegen bereits Tage vorher die Räder im örtlichen Fluss Emmer und saugen sich voll Wasser. In der Regel kämen die Räder bei dem Feuerspektakel nicht zu Schaden, es brenne wirklich nur die Füllung. Deswegen halte ein solches Rad auch 40 bis 50 Jahre, sagt Stumpe. Die Tradition des Stopfens werde von Generation zu Generation weitergegeben. „Auch dieses Jahr stopfen wieder drei Väter mit ihren Söhnen die Holzräder“, erzählt er.

Die große Schau beginnt am Ostersonntag um 21 Uhr am Osterberg mitsamt Feuerwerk. Bereits um 14 Uhr startet das große Begleitprogramm im naheliegenden Emmerauenpark. Dort gibt es auch einen Bauernmarkt, Musik sowie ein Speisenangebot. Der Eintritt kostet 5 Euro.

An- und Abreiseverkehr sowie die Parksituation stellen laut Dieter Stumpe kein Problem dar. Der Abend schließt mit einer Osterdisco im Festzelt ab 22 Uhr.

Gregorianische Gesänge im Kloster

Ostern im Schein Hunderter Kerzen, gregorianische Gesänge erklingen im mittelalterlichen Kreuzgang: Das Kloster Walkenried im Landkreis Bad Harburg lädt auch in diesem Jahr wieder zur „Nacht der offenen Pforte“ ein. Am Ostersonntag können sich so Besucher zwischen 19.30 und 23 Uhr in die Zeit der Mönche vor mehr als 700 Jahren versetzen lassen. „Das ist ein sehr schönes Erlebnis“, verspricht die Pressesprecherin des Klosters Brigitte Moritz. „Vor allem, wenn in der einmaligen Atmosphäre des Klosters das Lied der Mönche erklingt.“ Ein Wandelgang führt zudem durch das Kloster, das Zisterzienser-Museum kann besichtigt werden, der Klosterladen verkauft Wein und Gebäck, und Kinder wie Erwachsene können mit Feder und Tinte auf echtem Pergament ausprobieren, wie Mönche damals geschrieben haben. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer (0?55?25)?9?59?90?64.

Wessen Ei ist schneller unten?

Es ist eine echte ostfriesische Tradition: das Ostereiertrullern. Auf Norderney treffen sich Urlauber und Einheimische am Ostersonntag mit hartgekochten Eiern in den Dünen. Dabei treten immer zwei Spieler gegeneinander an. Sie lassen ihre bunten Eier eine Düne hinunterrollen. Derjenige, dessen Ei am schnellsten unten ist, hat gewonnen – vorausgesetzt das Ei bleibt ganz. Das Eiertrullern beginnt am Ostersonntag um 12 Uhr auf Norderney. Die Tradition gibt es auch in anderen ostfriesischen Orten, unter anderem in Greetsiel. Dort rollen die Eier ebenfalls am Ostersonntag zwischen 10 und 13 Uhr.

Mit dem Rad durchs Alte Land

Mit einer Radtour durch das Alte Land können Teilnehmer Ostern in der freien Natur verbringen. Die Strecke ist etwa 20 Kilometer lang. Ein Altländer Gästeführer erklärt die Sehenswürdigkeiten an der Strecke. Auf der Hälfte der Tour können sich die Teilnehmer mit einem Getränk erfrischen. Die rund dreistündige Tour beginnt am Sonnabend und Sonntag, 4. und 5. April, jeweils um 11 Uhr vor der Tourist-Info Altes Land in Jork. Die Teilnahme kostet 5 Euro. Um Anmeldung unter (0?41?62)?91?47?55 oder per Mail unter info@mein-altes-land.de wird gebeten.

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