Anstiftung zur Untreue

Berufung im Nahrstedt-Prozess eingelegt

Wolfsburg - Die Wolfsburger Stadtwerke-Affäre beschäftigt weiter die Gerichte. Nach der Verurteilung von Ex-Unternehmenssprecher Maik Nahrstedt wegen Anstiftung zur Untreue haben beide Seiten Berufung gegen das Urteil eingelegt, teilte ein Sprecher des Wolfsburger Amtsgerichts am Dienstag mit.

Damit muss das Braunschweiger Landgericht sich mit den Vorwürfen gegen Nahrstedt befassen. Das Amtsgericht hatte Nahrstedt zu 4800 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er auf Kosten der Stadtwerke Freunde mit VIP-Karten des VfL Wolfsburg versorgt und den Prokuristen die Kosten von 5000 Euro hatte abzeichnen lassen.

Die Anklage hatte Nahrstedt auch als Autor anonymer Briefe gesehen, in denen auch der ehemalige Stadtwerkechef Markus Karp verleumdet wurde. Diesen Vorwurf, den Nahrstedt bestritt, hielt das Gericht für nicht erwiesen. Kern der Stadtwerkeaffäre ist der Vorwurf, dass Nahrstedt für die CDU Wahlkampf gemacht und die Kosten über die Stadtwerke abgerechnet haben soll. Er selbst beschuldigt den im Zuge der Affäre abgelösten Ex-Stadtwerke-Chef und einstigen CDU-Wahlkampfmanager Karp, Drahtzieher der Aktionen gewesen zu sein.

Im Visier der Ermittler steht weiterhin der ehemalige Wolfsburger Oberbürgermeister Rolf Schnellecke (CDU), weil er von den in Rede stehenden Machenschaften möglicherweise gewusst haben soll. Unter anderem geht es um den Wahlkampf für die Landtagswahl 2003, bei der Christian Wulff Ministerpräsident in Niedersachsen wurde.

dpa

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