Beginn bei Bergung der Costa Concordia

Es bewegt sich was

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Foto: Die "Costa Concordia" vor der italienischen Insel Giglio.

Rom - Die Bergung des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" vor der Insel Giglio kommt voran. Ein etwa ein Meter breiter Streifen des Wracks, der sich zuvor noch unter Wasser befunden hatte, ist zwei Stunden nach Beginn der Aufrichtung am Montagmorgen wieder sichtbar.

+++ 17:10 Die gute Nachricht. Es wurden bislang keine Verunreinigungen im Wasser festgestellt. Die Unterwasserdrohnen, die Wissenschafter in den Booten und die Ölaufklärngsflugzeuge der Küstenwache haben keine Verunreinigungen entdeckt. Keine Spur gibt es von den beiden vermissten Menschen, von denen seit der Unglücksnacht jede Spur fehlt. "Es gibt zur Stunde keine neuen Erkenntnisse zu den Vermissten", sagte Fabrizio Curco vom italienischen Zivilschutz auf einer Pressekonferenz.

+++ 16.11 Uhr Die Drehung der " Costa Concordia" schreitet voran. Die Einsatzleitung ruft für 16.20 Uhr wieder zu einer PK. Dann gibt es News zum Abendprogramm.

+++ 16.14 Uhr Mühsam nährt sich das Eichhörnchen... 15 Grad sind geschafft.

+++ 15:12 Uhr Die Bergung macht kleine Fortschritte. Die "Costa Concordia" kommt Zentimeter für Zentimeter aus dem Wasser. Die Schlagseite wurde von 65 auf etwa 55 Grad reduziert. Es kommen immer mehr Teile des Oberdecks wieder zum Vorschein. Es werden auch schwere Beschädigungen sichtbar. Die weiße Farbe und das Holzdeck sind verdreckt und mit Algen bewachsen.

+++ 14.00 Uhr Die Bergung kommt gut voran. Die "Costa Concordia" ist jetzt mehr als drei Meter aus dem Wasser aufgetaucht. Bislang sind über 6000 Tonnen Wasser in die Tanks gepumpt worden, die auf der Backbordseite des Schiffes befestigt sind.

+++ 13.49 Uhr Wie geplant: Das Schiff beginnt sich zu drehen. Es scheint ein erfolgreiches Manöver zu werden.

+++ 13.37 Uhr Die Sonne brennt. Das Schiff bewegt sich langsam, aber es richtet sich immer weiter auf.

+++ 13.27 Uhr Gesamteinsatzleiter Franco Gabrielli vom italienischen Zivilschutz ist zuversichtlich, dass die Aufrichtung der "Costa Concordia" bis zum Abend gelingt.

+++ 12.09 Uhr Die "Costa Concordia" hat sich vom Felsen gelöst. Die Kommandobrücke ist an der Steuerbordseite bereits über einen Meter aus dem Wasser aufgetaucht.

+++ 11:45 Uhr Sie hat sich vom Felsen gelöst. Die Tanks sind bereits im Wasser 20 bis 30 Zentimeter eingetaucht.

+++ 11:20 Uhr Das Schiff bewegt sich. Die Sponsons tauchen langsam ein. Die Steuerbordseite ist etwa 30 Zentimeter aus dem Wasser aufgetaucht. Es geht langsam los.

+++ 11.10 Uhr Ein Flugzeug der Küstenwache macht mehrere Überflüge. Dabei wird auf mögliche Verschmutzungen geachtet. Bislang sind aber keine Flüssigkeiten ausgetreten

+++ 10.44 Uhr 30 Schiffe und Boote sind rund um das Sperrgebiet verteilt im Einsatz. Darunter auch Küstenwache und Marine.

+++ 10.24 Uhr Die Sponsons sind noch über Wasser. Wenn sie mit Wasser gefüllt sind, sollen sie eintauchen und das Schiff rumziehen.

+++ 9.28 Uhr Die Aufrichtung des havarierten Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ hat begonnen.

+++ 8:30 Uhr Die Ölsperren rund um das Wrack werden wieder geschlossen. Sie sollen mögliche Ölverschmutzungen beim Aufrichten eingrenzen. Vorsorglich sind tonnenweise Ölabwehrgerät im Hafen und auf mehreren Schiffen gelagert.

+++ 8:15 Uhr : Bergungsleiter Nick Sloane und sein Team gehen an Bord des schwimmenden Kontrollzentrums. Jetzt beginnen die letzten Checks der Technik. Pumpen, Hydraulik und Tauchroboter werden einsatzbereit gemacht.

+++ 7:45 Uhr Einsatzleiter Franco Gabrielli hat eine spontane Pressekonferenz einberufen. Der Anschluss des Pontons mit dem schwimmenden Kontrollzentrum läuft. Um 10 Uhr soll der Start erfolgen.

+++ 7:10 Uhr Die Barge mit dem Kontrollraum wird wieder angeschlossen. In der Nacht hatten Gewitterstürme für eine Unterbrechung gesorgt.

+++ 6.29 Uhr Der Start der Bergung musste um zwei Stunden verschoben werden. Über Nacht musste die Barge mit dem Kontrollraum von "Costa Concordia" gelöst werden. Grund waren unerwartet starke Winde. Der Start des Aufricht-Vorgangs wurde um zwei Stunden verschoben, das teilte Einsatzleiter Fanco Gabrielli bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz im Hafen von Giglio mit.

+++ 6:05 Uhr Noch liegt der 300 Meter lange Kreuzfahrer mit einem Volumen von mehr als 114000 Tonnen auf dem Meeresboden.

Das Schiff liegt auf der Seite auf zwei Felsen, in die es teilweise verkeilt ist. Um es zu lösen, wird das Wrack mit Stahlseilen und Gegengewichten angehoben. Ziel ist es, das Schiff aufzurichten und wieder schwimmfähig zu machen.

Die Bergung des vor Giglio havarierten Kreuzfahrtriesen ist eine einzigartige Aktion. Die „Costa Concordia“ aufzurichten, galt dabei als der heikelste Teil. Doch damit ist der „Schandfleck“ vor der italienischen Insel noch nicht beseitigt. Was geleistet wurde und was noch kommt, bis das Wrack weggeschafft ist:

Wer hat die Bergung vorbereitet? Etwa 500 Experten aus nicht weniger als 20 Ländern haben seit Mai 2012 die schwierige Bergung des gekenterten Kreuzfahrtschiffes vor Giglio vorbereitet. Das amerikanisch-italienische Bergungsteam Titan-Micoperi stimmte sich dabei mit dem Zivilschutz in Rom ab. Der Aufwand an Material und Personal ist riesig. Mehr als 20 Schiffe sind im Einsatz, 15 000 Tauchgänge waren vor der Bergungsaktion notwendig.

Warum ist die Bergung der „Costa Concordia“ heikel? Mit einer Länge von etwa 300 Metern und einem Volumen von mehr als 114 000 Tonnen ist das italienische Kreuzfahrtschiff eines der größten Schiffe, das jemals in einem Stück geborgen worden ist. Im toskanischen Insel-Archipel gelegen, sollten für Giglio und Umgebung auch Umweltfolgen vermieden werden, wie sie ein Auseinanderbrechen auslösen könnten. Schlimmstenfalls könnte das Wrack ganz versinken.

Was wurde für die Bergungsaktion vorbereitet und eingesetzt? Mehr als 30 000 Tonnen Stahl wurden für die Konstruktion aller benötigten Teile vor der Bergungsaktion herbeigeschafft. Um die Lücken zwischen den Felsen unter dem Rumpf zu schließen und somit das Wrack nach der Aufrichtung zu stabilisieren, liegen 1180 Sand- und Zementsäcke auf dem damit „eingeebneten“ Meeresboden. Das Riesenwrack steht dann auf sechs Plattformen, die mit 21 Pfeilern im Boden dort verankert sind.

Und was passiert, wenn das Wrack aufgerichtet ist? Nach diesem heiklen ersten Schritt bleibt noch viel zu tun. Ist das Wrack vorsorglich stabilisiert, dann müssen weitere Schwimmbehälter - insgesamt 15 - an der Steuerbordseite angebracht werden. Das Wasser wird aus diesen Schwimmkästen auf beiden Seiten gepumpt, das Schiff „schwimmt“ wieder. Danach wird die „Costa Concordia“ verankert - bis zum Abtransport, der für das erste Halbjahr 2014 vorgesehen ist. Das wird dann die letzte Fahrt des Unglücksschiffes. Es wird abgewrackt.Nach gelungener Aufrichtung geht aber auch die Suche weiter: Zwei Leichen konnten nicht geborgen werden, die einer Italienerin und die eines indischen Crewmitglieds. Diese Opfer der Unglücksnacht vom 13. Januar 2012 doch noch zu finden, ist eine ganz wesentliche Aufgabe.

Wo soll denn die „Costa Concordia“ zerlegt werden? Weil es Investitionen bringt und Arbeitsplätze schafft, haben sich einige Häfen darum gerissen, den Kreuzfahrtriesen zerlegen zu dürfen. „Entschieden wurde, dass der Hafen von Piombino das Ziel sein wird“, hatte Italiens Zivilschutzchef Franco Gabrielli erklärt. Ob es die unweit von Giglio gelegene toskanische Stadt auch wirklich sein wird, ist noch offen: „Die „Costa Concordia“ wird aber nur nach Piombino gebracht, wenn der Hafen auch in der Lage ist, die Arbeit zu tun“, hatte Gabrielli anzugefügt. Sonst müsse eben neu überlegt werden.

Und wer zahlt das alles? Mindestens 600 Millionen Euro soll die Bergungsaktion kosten, die Gesamtsumme ist bereits mehrfach erhöht worden. „Die Beseitigung der Concordia und alle noch folgenden Operationen werden den Steuerzahler nichts kosten“, hatte Gabrielli versichert, „die Kosten werden ganz von privater Seite getragen.“ Also von der Genueser Reederei Costa Crociere und deren Versicherungen. Allerdings hat der angepeilte Abwrackhafen Piombino Medienberichten zufolge 73 Millionen Euro für Umbauarbeiten vom Staat erhalten, um das Wrack zerlegen zu können.

Wie geht es denn juristisch weiter? Wird die „Costa Concordia“ abgeschleppt, verschwindet ein Schandfleck, der weltweit durchaus auch als ein Symbol für einen Schiffbruch des Krisenlandes Italien angesehen wurde. Auch das bizarre Verhalten des Kapitäns Francesco Schettino gehört dazu - er soll das Schiff während der Evakuierung verlassen haben. Am nächsten Montag geht im toskanischen Grosseto der Prozess gegen ihn weiter. Sein Unglücksschiff ist womöglich eher 2014 abgeschleppt als ein Urteil gegen Schettino gesprochen.

dpa

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