Geldbuße für „unzüchtige“ Kleidung

Bikini-Verbot auf Mallorca

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Nur noch am Strand in Badeklamotten: Auf Mallorca soll eine neue Kleiderordnung gelten.

Palma de Mallorca - Die Lieblingsinsel der Deutschen, die einst für besondere Lockerheit berühmt war, gibt sich prüde: Mallorca will gegen „unzüchtige“ Kleidung jenseits der Strände mit Geldbußen vorgehen.

Im Urlaub soll es lockerer zugehen als zu Hause. Aber wer hat sich nicht schon darüber geärgert, dass sich manche Reisende im Urlaub mal ganz locker über jede Form der Kleiderordnung hinwegsetzen? Natürlich reist man in den Süden, um am Strand die Sonne im Bikini oder mit freiem Oberkörper zu genießen. Aber muss man so auch in der Stadt einkaufen?

Ausgerechnet Mallorca zieht nun Grenzen. Die Lieblingsinsel der Deutschen, die einst für besondere Lockerheit berühmt war, gibt sich nun prüde: Noch im Dezember wird die Verwaltung in der Hauptstadt Palma jenseits der Strandpromenaden ein Bikini-Verbot beschließen; und Männern soll das Bummeln mit nacktem Oberkörper verboten werden.

Bis zu 200 Euro Geldbuße sollen ab Sommer 2014 fällig werden, wenn jemand „unzüchtig“ bekleidet, wie es die Zeitung „Dario de Mallorca“ formuliert, abseits der Strandpromenade und einiger weniger angrenzender Straßen angetroffen wird. Untersagt werden abseits der Strände auch Badeanzüge und allzu knappe Kleidung, die nur gerade das Notwendigste verhüllt. Dass auch Palmas Amtsstuben nur noch in ordentlicher Garderobe betreten werden dürfen, versteht sich fast schon von selbst.

Schon seit einiger Zeit werden die Zügel von den Mallorqiniern straff gezogen; das Image der Ballermann-Insel soll verwischt werden. Seit vergangenem Sommer gilt daher inselweit ein nächtliches Verbot öffentlicher Trinkgelage. Künftig sollen zudem Graffiti-Schmierereien mit bis zu 600 Euro Geldbuße belegt werden.

Mallorca ist mit seiner konservativen Linie kein Einzelfall. Wer in Barcelonas Altstadt in Badeklamotten erwischt wird, der muss schon jetzt 300 Euro Strafe bezahlen; Nacktbaden am Strand der katalanischen Hauptstadt wird gar mit 500 Euro geahndet. Die zunehmende Freizügigkeit der Touristen war den Bewohnern laut Stadtverwaltung ein Dorn im Auge.

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