Eine Woche Vermarktungsverbot

Bio-Eier mit Pestiziden verseucht

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Foto: Bio-Eier aus dem Hofladen der Erzeugergemeinschaft Fürstenhof GmbH. Der Produzent hat sein Öko-Siegel verloren.

Schwerin - Bei Nachkontrollen von Futtermitteln im Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof wurden in 5 von 29 Proben problematische Werte nachgewiesen. Der Bioeierproduzent hat damit seinen Öko-Status verloren und darf zunächst eine Woche lang die Produkte des Unternehmens nicht mehr als Bio verkaufen.

Öko-Tierhalter in Mecklenburg-Vorpommern haben von Ende September bis November mit Pestiziden belastete Futtermittel verfüttert. Für sechs Betriebe, darunter einer der größten Bio-Eier-Produzenten Deutschlands, sei ein vorläufiges Öko-Vermarktungsverbot verhängt worden, sagte ein Sprecher des Agrarministeriums am Freitag in Schwerin.

Betroffen seien vier Rindermastbetriebe, eine Schäferei und der Bio-Eier-Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof (Landkreis Rostock). Dort wurden 13 der 14 Legehennen-Betriebe nach einer Woche zum zweiten Mal wegen Pestizidbelastungen im Futter gesperrt.

Wie der Ministeriumssprecher erläuterte, sind über einen niederländischen Händler etwa 230 Tonnen Bio-Sonnenblumenpresskuchen aus der Ukraine ins Land gekommen. Das Futtermittel fällt beim Verpressen von Sonnenblumensaat zu Öl an. Der Händler habe auch das Futtermittelwerk in Eldena (Landkreis Ludwigslust-Parchim) beliefert. Es sei vorsorglich gesperrt worden.

Bei Nachkontrollen von Futtermitteln im Erzeugerzusammenschluss Fürstenhof wurden laut Ministerium in 5 von 29 Proben erhebliche Überschreitungen der Grenzwerte für Pflanzenschutzmittel nachgewiesen. Damit seien die Vorschriften des ökologischen Landbaus massiv verletzt worden, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD). Zudem hätten die Legehennen länger als angenommen, nämlich über zwei Monate hinweg, belastetes Futter gefressen. Sie seien nicht mehr als Bio-Legehennen zu betrachten.

Backhaus äußerte sich „maßlos enttäuscht“ darüber, „dass ein Lebensmittelproduzent seiner Verantwortung im Umgang mit Futter- und Lebensmitteln nicht vollumfänglich gerecht wurde“. Die Eigenkontrolle der Betriebe habe über einen langen Zeitraum nicht funktioniert.

Dagegen hatte Fürstenhof-Geschäftsführer Friedrich Behrens bereits am Dienstag erklärt, die Belastung des Futtermittels sei durch Eigenkontrollen und die Öko-Kontrollstelle entdeckt worden. Die Auslieferung von gut einer Million Eier an den Handel sei vor einer Woche für vier Tage ausgesetzt worden, bis feststand, dass die Eier nicht belastet waren. Die Sperrung sei dann wieder aufgehoben worden. In den Betrieben der Erzeugergemeinschaft werden bis zu 350 000 Legehennen gehalten.

dpa

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