Kirchen in Niedersachsen

Bischöfe mahnen Wohlergehen und Schutz der Kinder an

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"Kinder müssen als Hoffnung und Zukunft gesehen werden", sagte der Braunschweiger Bischof Friedrich Weber in seiner Weihnachtspredigt.

Braunschweig/Hildesheim - Die Kirche will mehr Schutz für Kinder. Die Kleinsten dürfen nicht als Störfaktor gesehen werden, sie müssen als Hoffnung und Zukunft verstanden werden. Von der Politik wünschen sich Bischöfe zu Weihnachten mehr Weitsicht.

Die Bischöfe in Niedersachsen haben an Weihnachten den Schutz und das Wohlergehen der Kinder angemahnt. Die Gewalt gegen Kinder sei ein Skandal, sagte der Braunschweiger Bischof Friedrich Weber am Montag in seiner Weihnachtspredigt. Die Kriminalstatistik spreche eine deutliche Sprache. Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle meinte, Kinder müssten wieder mehr als Hoffnung und Zukunft gesehen werden.

Im vergangenen Jahr seien 146 Kinder unter 14 Jahren in Deutschland ums Leben gekommen, die Zahl der Fälle von sexuellem Missbrauch sei auf etwa 14 300 gestiegen, sagte der evangelische Theologe Weber. Die Humanität einer Gesellschaft lasse sich daran ablesen, wie junge Familien unterstützt und Kindern Lebenswege ermöglicht würden. „Die Frage nach den Lebensmöglichkeiten der Kinder ist ein Prüfstein für jede politische Partei, und natürlich auch für die Kirche und andere gesellschaftliche Gruppen.“

Deutschland habe weltweit eine der niedrigsten Geburtenraten, sagte der katholische Bischof Trelle. Kinder würden offenbar nicht mehr in die Lebensplanung der Menschen passen. Es gebe zunehmend eine Tendenz zum „sozialen Autismus“, einer Lebenshaltung, die krankhaft nur noch sich selbst suche und reflektiere. „Das Kind wird dann zum Störfaktor der individuellen Lebensplanung, es kann dann eigentlich nur noch hinderlich sein.“

Hannovers Bischof Ralf Meister sagte mit Blick auf die Flüchtlingspolitik, dass es grundsätzlich unmöglich sein sollte, Familien auseinanderzureißen. Von der Politik wünschte er sich mehr Weitsicht. „Die Politik orientiert sich sowohl im Land als auch im Bund zu sehr am nächsten Wahltermin“, sagte der evangelische Theologe der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“.

Menschen den Weg zurück zum Glauben ermöglichen will Osnabrücks Bischof Franz-Josef Bode. Die Kirche dürfe hier allerdings den Weg für die Menschen nicht durch Machtmissbrauch, Habsucht, Besserwisserei oder Betriebsblindheit verstellen.

dpa

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