Marketing für Agrarprodukte

Bockbiersenf als kulinarischer Botschafter

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Hannover - Einbecker Bockbiersenf, Edelspeck vom Bunten Bentheimer Schwein sowie ein Espresso aus der Hannoverschen Kaffeemanufaktur: Das sind nur drei von 50 Spezialitäten aus allen Regionen zwischen Nordsee und Harz, die künftig als „Kulinarische Botschafter Niedersachsen“ vermarktet werden dürfen.

In Niedersachsen ist die Ernährungswirtschaft nach der Autoproduktion der wichtigste Industriezweig. Ein Wettbewerb will auf die vielfältigen Produkte aus dem Agrarland Nummer eins aufmerksam machen. Fast 50 Spezialitäten aus allen Regionen zwischen Nordsee und Harz dürfen neu als "Kulinarische Botschafter Niedersachsen" vermarktet werden.

Zu den prämierten Produkten zählen Brotaufstriche, Wurstwaren und jede Menge Hochprozentiges. Eine Expertenjury hatte sie aus 130 Bewerbern ausgewählt. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) überreichte am Donnerstag in Hannover die Auszeichnungen und probierte selbst Einbecker Bockbiersenf, Edelspeck vom Bunten Bentheimer Schwein sowie einen Espresso aus der Hannoverschen Kaffeemanufaktur.

"Ich hoffe, dass die Produkte kräftig gekauft werden", sagte der Regierungschef und schwärmte: "Niedersachsen ist ein ungeheuer vielfältiges Land und das spiegelt sich auch bei den Lebensmitteln wider." Zu den Preisträgern zählen kleine Start-up-Unternehmen genauso wie große Gebäckhersteller oder Brauereien.

Der Edelspeck vom Bunten Bentheimer Schwein ist nichts für die schlanke Linie. "Er ist kein alltägliches Produkt, kann aber mit einem tollen Wein und anderen Antipasti verzehrt werden", sagte Christian Sostmann, der die Schlachterei aus Bramsche bei Osnabrück in der sechsten Generation führt. Gemeinsam mit der Organisation Slow Food hat sich sein Betrieb der Rettung der vom Aussterben bedrohten Schweinerasse verschrieben.

Auch Axel Kaiser geht es um eine Wiederentdeckung: Er nennt sich Bärlauchbauer und sammelt das knoblauchähnliche Wildgemüse mit einer Sondergenehmigung im Teutoburger Wald. Als Trockenkraut verkauft er Bärlauch auf Wochenmärkten und über das Internet.

Die Einbecker Senfmühle konnte mit einem Bockbiersenf punkten. "Unseren Senf liefern wir auch nach Japan in ein deutsches Spezialitätengeschäft", berichtete Geschäftsführer Rainer Koch.

Der Wettbewerb wurde zum fünften Mal von der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft ausgerichtet. Die Kunden wollten zunehmend wissen, woher das kommt, was sie essen und trinken, sagte Verbandschef Christian Schmidt. Niedersachsen könne mit anderen Gourmet-Ländern mithalten. "Wir sind da ein Stück weit vergleichbar mit Chile als "hidden champion"", sagte er in Anspielung auf den Sieg der Südamerikaner über den Favoriten Spanien bei der Fußball-WM.

lni

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