Gewalttat

Braunlage: Ehemann von ermordeter Küsterin muss in U-Haft

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Foto: In der katholischen Kirche in Braunlage war die tote Küsterin gefunden worden. Ihr Mann hat sich der Polizei gestellt.

Braunlage - Die Küsterin einer kleinen katholischen Gemeinde in Braunlage ist erschossen worden. Als mutmaßlicher Täter wurde der 51 Jahre alte Ehemann der 48-Jährigen verhaftet. Die Frau hatte zehn Kinder, darunter waren auch Pflegekinder.

Das Obduktionsergebnis ist eindeutig: Die Küsterin und zehnfache Mutter, deren Leiche am Sonnabendmorgen im Keller der katholischen Kirche in Braunlage entdeckt wurde, ist erschossen worden. „Es gab eine Schussverletzung, die zum Tod der 48-Jährigen geführt hat“, sagte am Montag Julia Meyer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Braunschweig. Gegen den 51 Jahre alten Ehemann habe das Amtsgericht Braunschweig Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Wie Meyer berichtete, hatte er sich am Vorabend selbst in München gestellt. „Der 20 Jahre alte Sohn und die 12-jährige Tochter haben ihn zur Polizeiinspektion Maxvorstadt begleitet.“

Von dort sollte der Verdächtige nach Braunschweig gebracht werden. Die Zwölfjährige sei einer Jugendschutzstelle anvertraut worden. Die anderen minderjährigen Kinder, das Jüngste ist zwei Jahre alt, habe der Landkreis Goslar in Pflegefamilien untergebracht. „Zu dem Sohn wollen wir noch keine Angaben machen“, sagte die Staatsanwältin. Das gelte auch für Tatort, Tatwaffe und Motiv. Letzteres könnte mit der Trennung des Paares zu tun haben. Der Mann soll schon zeitweise allein in Griechenland gelebt haben.

„Die Betroffenheit ist groß, vor allem über das Schicksal der Kinder“, sagte am Montag Braunlages Bürgermeister Stefan Grote. Die kinderreiche Familie sei 2006 aus dem Ruhrgebiet in den 6000-Einwohner-Ort im Harz gezogen. Bei dem Mann handele es sich um einen aus gesundheitlichen Gründen frühpensionierten Inspektor im öffentlichen Dienst.

Der Beamte und seine Frau, „beide sehr kirchlich eingestellt“, hätten ein aus zwei Gebäuden bestehendes Polizeiheim am Ortsrand gekauft. Nachdem ihnen wegen finanzieller Probleme Strom und Wasser abgestellt worden sei, habe die Stadt den Familienmitgliedern 2009 Wohnungen im Zentrum vermittelt.

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