Brockenbahn

Braunlage kämpft um die Harzbahn

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Foto: Jede Stunde geht es auf den Brocken: Im Sommer fahren elf Züge täglich auf den höchsten Harzberg. Es gibt auch Verbindungen nach Nordhausen und Quedlinburg. dpa

Hannover/Braunlage - Der Harz ohne Schmalspurbahnen scheint für viele undenkbar. Der Kreis Nordhausen (Thüringen) hat mit seiner Ankündigung, sich möglicherweise als Gesellschafter zurückzuziehen, eine Welle der Empörung ausgelöst, auch in Niedersachsen.

Ein Harz ohne Schmalspurbahnen wäre auch für Niedersachsen ein herber Verlust. „Gerade die Brockenbahn ist für viele unserer Gäste eine der Hauptattraktionen“, betont Christian Klamt, Geschäftsführer der Braunlage Tourismus GmbH. Sie hält 0,5 Prozent der Anteile an den Harzer Schmalspurbahnen und ist damit einer der kleinsten Gesellschafter, aber der einzige niedersächsische. Pläne des thüringischen Landkreises Nordhausen, der als zweitgrößter Anteilseigner über einen Ausstieg nachdenkt, stoßen auch in Braunlage auf Bedenken.

Dem Vernehmen nach wird es aber gar nicht so weit kommen. Zwar will der Nordhäuser Kreistag erst am 28. Mai endgültig über einen möglichen Ausstieg entscheiden. Aber nach dem heftigen Widerstand, den die Ankündigung eines möglichen Rückzugs in der Region ausgelöst hat, ist jetzt nicht mehr vom Verkauf der Anteile die Rede, sondern nur noch von einem „Prüfauftrag“.

Selbst wenn sich der Kreis Nordhausen, der 20 Prozent der Anteile hält, zurückziehen sollte, scheint die Zukunft der Harzbahn gesichert. Die größten Geldgeber, die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen, beteuern jedenfalls, wie wichtig die Dampfzüge für den Harz seien. In Nordhausen läuft auch der Straßenbahn- und Schülerverkehr über die Gleise der Schmalspurbahn. Die Aufgabe der HSB-Beteiligung hätte für den Kreis also weitreichende Bedeutung. Auch das Verkehrsunternehmen selbst glaubt nicht an sein bevorstehendes Ende.

„Wir haben jedes Jahr 1,2 Millionen Fahrgäste“, sagt HSB-Sprecher Dirk Bahnsen. Und man sei durchaus offen, aus dem Zwei-Länder-Projekt in Zukunft irgendwann ein Drei-Länder-Vorhaben zu machen. Die Idee, Braunlage an das Schienennetz im Ostharz anzubinden, gibt es seit der deutschen Wiedervereinigung. Der Plan war 2010 vorerst auf Eis gelegt worden. Damals waren die Gespräche zwischen Sachsen-Anhalt und Niedersachsen an den zu hohen Kosten gescheitert. Der Bau einer neuen Bahn, die die ehemalige deutsch-deutsche Grenze überquert, hätte aber durchaus Charme, sagen nicht nur Fans der Nostalgiezüge.

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