Veranstaltung der Partei "Die Rechte"

Breiter Protest gegen Neonazis in Hildesheim

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Hildesheim - Die Partei "Die Rechte" wollte am Sonnabend in Hildesheim mit nur einer handvoll Demonstranten gegen die "Überfremdung Deutschlands" Flagge zeigen. Doch ein breites Bündnis aus Gegendemonstranten brachte knapp 2000 Menschen auf die Straße, um gegen die provozierende Veranstaltung der Neonazis zu protestieren.

Die Demonstration der Partei "Die Rechte" sorgt seit Tagen für Aufregung in der Hildesheimer Innenstadt. Doch am frühen Nachmittag hatten sich nur rund 80 rechte Demonstranten eingefunden - und diese kämpften zudem zu Beginn offenbar mit technischen Schwierigkeiten bezüglich der Stromversorgung eines Lautsprecherwagens, wie die Hildesheimer Allgemeine (HiAZ) online berichtet. Hinzu kamen Blockaden durch Teilnehmer der Gegendemo, die die geplante Route der Neonazis versperrten. Mit rund zweistündiger Verspätung zogen die wenigen Dutzend Anhänger der rechten Szene dann flankiert von einem großen Polizeiaufgebot durch die Stadt.

Die Gegendemonstranten des "Bündnisses gegen Rechts" hatten sich indes bereits früher auf den Weg gemacht. Die Polizei ging von rund 1800 Teilnehmern aus.

Ein kurioser Zwischenfall sorgte jedoch zwischendurch für Aufsehen: Laut HiAZ musste die Polizei einen Anwohner überwältigen, der eine Axt in der Hand hielt. Demnach hatte der Mann gerufen: “Ich hab' die Schnauze voll von diesen Schweinen.” Auf wen er sich damit bezog, teilte die örtliche Zeitung nicht mit. Ansonsten kam es nicht zu nennenswerten Vorfällen.

Hunderte Polizisten aus ganz Niedersachsen waren zusammengezogen worden, um die Lager voneinander zu trennen. Ein Teil der Nordstadt, durch die der Zug der "Rechten" zog, wurde schon früh komplett abgeriegelt.

Sperrung der Nordstadt: Dieser Bereich Hildesheims wurde von der Polizei komplett abgeriegelt.

Quelle: Polizei Hildesheim

Der Aufmarsch ist eine Provokation. Ausgerechnet in der Nordstadt protestierten die Neonazis „Gegen die Überfremdung des deutschen Volkes“, also in einem Stadtteil, in dem besonders viele Menschen mit Migrationshintergrund leben. Zudem ist es der Vortag des 70. Jahrestags der Zerstörung Hildesheims im Zweiten Weltkrieg.

"Wir sind leider nicht in Ruf und Sichtweite, hoffen aber, dass man uns auf der anderen Seite hört", sagte Regina Stolte vom "Bündnis gegen Rechts", das die Gegendemo angemeldet hatte. Die Veranstalter hatten zuvor zu Spenden für jeden Meter, den die Neonazis zurücklegen, aufgerufen. Das Geld soll an den niedersächsischen Flüchtlingsrat gehen.

mic/dpa

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