Razzien in Bremen und Delmenhorst

Bremer Innensenator verbietet Hells Angels

+
Im Visier: Die Bremer Polizei hat Wohnungen von Mitgliedern der Hells Angels durchsucht.

Bremen/Hannover - Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hat die Rockergruppe Hells Angels verboten. Viele der Mitglieder seien straffällig geworden, teilte Mäurer am Mittwoch zur Begründung mit.

Zuvor hatten 500 Polizisten in Bremen und Niedersachsen 17 Wohnungen und Gebäude von zwölf Mitgliedern des Motorradclubs durchsucht. Dabei beschlagnahmten sie Waffen, Bargeld und Datenträger. Unter Federführung der Bremer Polizei kontrollieren die Ermittler Gebäude und Wohnungen im Bremer Stadtgebiet und in Niedersachsen. Die Durchsuchungen in Niedersachsen wurden offenbar in Delmenhorst durchgeführt.

Mäurer hatte bereits im April angekündigt, den Rockerclub verbieten zu wollen. Grund war eine Massenschlägerei zwischen Mitgliedern der verfeindeten Hells Angels und Mongols, die schon vor zwei Jahren verboten wurden.

Die Polizei geht deutschlandweit immer wieder gegen international vernetzte Rockergruppen wie die Hells Angels oder die Bandidos vor. Im Mai 2012 hatten Beamte das Anwesen von Hannovers damaligem Hells-Angels-Chef Frank Hanebuth durchsucht. Einen Monat später hatte das Charta der Stadt seine Auflösung bekannt gegeben. Seit Januar gibt es einen neuen Klub in der Region: In Pattensen.

Hells Angels: Der mächtigste Rockerclub der Welt

Die Hells Angels wurden 1948 von Harley- Davidson-Liebhabern in Kalifornien in den USA gegründet. Aus der Gruppe von Motorrad-Fans, die mit geflügeltem Totenkopf auf der Jacke die Highways unsicher machten, entwickelte sich eine straffe, weltweite Organisation. Sie gilt als mitgliederstärkster und mächtigster Rockerclub der Welt. In Deutschland erlangten die "Höllenengel" erst nach dem Übertritt der bis dahin einflussreichsten Gruppe "Bones" die Vormachtstellung. Die Ortsclubs der Hells Angels heißen Chapter, einige von ihnen wurden wegen zahlreicher Straftaten ihrer Mitglieder und Anhänger bereits verboten. Wie in Hannover (Juni 2012) sind auch in anderen Städten Ortsclubs einem möglichen Verbot mit Auflösungen zuvor gekommen.

tm/sag/dpa

1140119

Kommentare