Prozess in Braunschweig

Busfahrer bestreitet Vergewaltigung

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Ein 53-jähriger Busfahrer hat am Montag die Vorwürfe bestritten, ein geistig behindertes Mädchen vergewaltigt zu haben.

Braunschweig - Die Vorwürfe wiegen schwer: Der 53 Jahre alte Busfahrer soll ein behindertes Mädchen vergewaltigt haben. Er bestreitet den Vorwurf und spricht von einem ungewöhnlichen Vorfall. Die Pflegemutter des Mädchens sieht indes eindeutige sexuelle Handlungen.

Ein wegen Vergewaltigung eines behinderten Mädchens angeklagter Schulbusfahrer hat am Montag vor dem Landgericht Braunschweig die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestritten. Dem 53-Jährigen wird zur Last gelegt, sich von November 2011 bis Februar dieses Jahres mehrfach an einem elfjährigen geistig behinderten Mädchen in einem Waldstück bei Clausthal-Zellerfeld vergangen zu haben.

In der durch den Wahlverteidiger vorgetragenen dreiseitigen Erklärung bestreitet der Angeklagte, sexuelle Handlungen bei dem Mädchen vorgenommen zu haben. Lediglich auf der letzten gemeinsamen Fahrt, Ende Februar, sei es auf einem Parkplatz im Oberharz zu einem ungewöhnlichen Vorfall gekommen.

Als er nach einer kurzen Pause zum Fahrzeug zurückgekommen sei, habe ihn das Mädchen geküsst und er diesen Kuss kurz erwidert. Dann habe er ihr aber sofort die etwas herunter gerutschte Hose hochgezogen und sie dann umgehend nach Hause gefahren. Diese Situation sei ihm sehr peinlich und nicht wirklich erklärbar. So sei auch der Brief an die Staatsanwaltschaft gemeint, in dem von einer „Dummheit“ die Rede gewesen sei.

Von eindeutigen sexuellen Handlungen durch den Angeklagten sprach indes die Pflegemutter des mutmaßlichen Opfers. Sie habe ihr erzählt, dass er sie auch im Genitalbereich angefasst und weitere Dinge mit ihr getan habe. Auch habe er angekündigt sie beim nächsten Mal mit nach Hause zu nehmen.

Um dem mutmaßlichen Opfer eine weitere Traumatisierung durch eine Aussage vor Gericht zu ersparen, wurde dessen richterliche Befragung per Video aufgezeichnet. Diese soll dann beim nächsten Verhandlungstermin am 12. September vorgespielt werden. Mit dem Urteil ist voraussichtlich erst im Oktober zu rechnen.

dpa/sag

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