Nach Anschlag in Kopenhagen

Dänische Polizei nimmt zwei Terrorhelfer fest

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Die dänische Polizei hat nach den Terroranschlägen von Kopenhagen zwei Männer festgenommen.

Kopenhagen - Die dänische Polizei hat nach den Terroranschlägen vonKopenhagen zweiMänner festgenommen. Sie werden beschuldigt, dem Attentäter „mit Rat und Tat“ geholfen zu haben, berichteten die Ermittler. Während einer Veranstaltung über Meinungsfreiheit und Islam am Sonnabend waren vor dem Gebäude Schüsse gefallen.

Die dänische Polizei hat nach den Terroranschlägen vonKopenhagen zweiMänner festgenommen. Die Männer werden beschuldigt, dem Attentäter „mit Rat und Tat“ geholfen zu haben und zurzeit verhört, wie die Ermittler amMontag berichteten. Einer der Männer wurde demnach amSonntagmorgen, der andere am Sonntagnachmittag festgenommen. Details gab die Polizei zunächst nicht bekannt.Die Verhöre fänden hinter verschlossenen Türen statt.

Laut Medienberichten sollen die Männer dem Attentäter Waffen besorgt haben.Das bestätigte die Polizei nicht.

„Wir wollen gern Kontakt mit mehr Zeugen aufnehmen, die den Täter gesehen haben“, erklärten die Ermittler. Besonders wichtig seien Zeugen, denen der Mann auf demWeg zumerstenTatort aufgefallen sei.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Attentäter bei seinem zweiten Angriff Trunkenheit vorgetäuscht hat. Taumelnd wie ein Betrunkener habe er sich in der Nacht zum Sonntag der Synagoge in der Innenstadt genähert und einen 37 Jahre altenWachmann getötet, berichtete die Tageszeitung "Politiken" am Montag unter Berufung auf "mehrere Quellen". Zuvor hatte der 22-Jährige in einem Kulturzentrum einen Mann erschossen. Der Täter war später bei einer Schießerei mit der Polizei in seiner Wohnung ums Leben gekommen.

Wer ist der Attentäter?

Name : Omar Abdel Hamid el-Hussein. Laut "Politiken" sind seine Eltern Palästinenser.

Bekannte Vorstrafen : Verstoß gegen das Waffengesetz, gefährliche Körperverletzung. Nach einem Messerangriff kam El-Hussein erst vor wenigen Wochen aus dem Gefängnis frei. Außerdem rauchte er Freunden zufolge Haschisch, was ihn in Verbindung zu Drogenkriminellen brachte.

Extremismus : Im Gefängnis sei er Behörden aufgefallen, weil er 39 Mal extremistische Einstellungen geäußert habe, meldete die Nachrichtenagentur Ritzau.

Ausbildung : El-Hussein besuchte ein Zentrum für Erwachsenenbildung im Kopenhagener Vorort Hvidovre.

Sport : Thai-Boxen, Kameraden beschreiben ihn als sehr eifrig.

Einstellungen : Laut "Politiken" betrachtete El-Hussein Palästina als seine zweite Heimat und äußerte sich hasserfüllt über Juden und Israel. "Berlingske" zufolge wollte sich El-Hussein in Syrien der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anschließen. Mitschüler und Freunde beschreiben ihn als Einzelgänger, der bisweilen unbeherrscht war - besonders beim Thema Palästina. Sein Anwalt zeigt sich außerordentlich überrascht von den Terrorvorwürfen.

dpa

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