Shoppen an der Autobahn

Designer-Outlet Soltau will größer werden

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Das Designer-Outlet an der Autobahn bei Soltau zieht nach einem Jahr positive Bilanz.

Soltau - Das Verkaufszentrum an der Autobahn zieht nach einem Jahr positive Bilanz. Jetzt kündigt der Betreiber an, erweitern zu wollen.

Familien verweilen am Wasserspielplatz, Frauen und Männer mit großen Tüten schlendern zwischen Läden umher: Im Designer-Outlet Soltau an der Autobahn 7, das Schnäppchenjäger zur Eröffnung vor genau einem Jahr stürmten, ist Ruhe eingekehrt. Auch in der Umgebung hat sich die Aufregung um die befürchtete Abwanderung der Kunden aus den Innenstädten weitgehend gelegt. Jetzt kündigt der Betreiber an, erweitern zu wollen.

„Wir wollen größer werden“, sagte Guido Assmann, Sprecher von ROS Retail, am Donnerstag der HAZ. Die Pläne sollen bei der offiziellen Geburtstagsfeier am 6. September („mit Late-Night-Shopping bis 23 Uhr“) genauer erläutert werden. Zunächst werde „proaktiv“ gehandelt, einen Zeitrahmen für Neubauten wollte Assmann nicht nennen. Soltaus Bürgermeister Wilhelm Ruhkopf sagte, er habe von Erweiterungsplänen bisher nichts gehört. ROS Retail zieht als Betreiber nach einem Jahr eine positive Bilanz: „Wir sind zufrieden.“ In Kürze werde eine Verträglichkeitsanalyse vorgestellt, wonach die Auflagen offenbar im Wesentlichen erfüllt wurden: Dazu gehört etwa, dass die rund 60 Markenhersteller in ihren Läden nur Ware aus alten Kollektionen oder Überschussproduktion verkaufen dürfen.

„Anfangs gab es in dieser Hinsicht Beschwerden von Einzelhändlern aus der Umgebung“, berichtet Martin Exner von der Industrie- und Handelskammer in Lüneburg. „Das hat sich aber in direkten Gesprächen bereinigt.“ Die Ängste der Kaufleute in den Innenstädten von Hannover bis Lüneburg haben sich seiner Ansicht nach nicht erfüllt. „Aus diesem Entfernungskreis habe ich überhaupt nichts mehr gehört“, sagt Exner. Einzelne Geschäfte in der Soltauer Innenstadt hätten allerdings unter dem Outlet mit seinen geringeren Preisen zu leiden.

Im Gegenzug verzeichnen Teile der Soltauer Gastronomie nach Angaben von Bürgermeister Ruhkopf Zuwächse. „Das Outlet ist für Soltau ein Glücksfall“, meint er – nicht zuletzt wegen der Gewerbesteuer und der etwa 400 Arbeitsplätze. Auch der Tourismusverband Lüneburger Heide betrachtet die Entwicklung zufrieden. In einem der Heidehaus-Nachbauten auf dem Gelände informiert er Kunden, darunter viele Urlauber und Durchreisende, über After-Shopping-Möglichkeiten in der Heide und bietet Show-Cooking und andere Aktionen an.

Nach dem Ansturm der ersten Wochen sind längst problemlos Parkplätze nahe dem Eingang zu finden. Befragt man Verkäufer im Outlet, heißt es zurückhaltend: „Wir können nicht klagen.“ Besucher loben das Heide-Ambiente. Viele aber wünschen sich ein größeres Outlet.

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