Infrastruktur im Norden

Deutsche Seehäfen fordern mehr Geld vom Bund

+
Foto: Deutsche Seehäfen, wie der Seehafen in Kiel, fordern mehr Geld für die Infrastruktur in Norddeutschland.

Kiel - Die Hafenwirtschaft verlangt mehr Bundesmittel für den Ausbau der Verkehrswege in Norddeutschland. Vor der 8. Nationalen Maritimen Konferenz in Kiel verlangt Verbandsgeschäftsführer Heitmann auch ein Konzept für die Sanierung des Nord-Ostsee-Kanals.

Die deutschen Seehäfen fordern vom Bund mehr Geld für die Verkehrsinfrastruktur in Norddeutschland. „Von der 8. Nationalen Maritimen Konferenz erwarten wir ein eindeutiges mit finanziellen Mitteln untermauertes Bekenntnis der Bundesregierung zum Ausbau der seewärtigen Zufahrten und Hinterlandanbindungen der deutschen Seehäfen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), Klaus Heitmann, der Nachrichtenagentur dpa. Politische Absichtserklärungen, Verkehrsanbindungen der Häfen prioritär auszubauen, müssten stärker als bisher in die Tat umgesetzt werden.

Am 8. und 9. April kommt die maritime Wirtschaft in Kiel mit Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen sowie Experten aus Wissenschaft und Forschung zusammen. Insgesamt 830 Teilnehmer werden zu sieben Workshops erwartet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will auf der Konferenz eine Grundsatzrede zur Entwicklung und den Zukunftsaussichten der maritimen Wirtschaft hierzulande halten.

Eines der zentralen Themen wird in Kiel auch der marode Zustand des Nord-Ostsee-Kanals sein. Im März konnte dieser wegen defekter Schleusen in Brunsbüttel gut eine Woche lang nicht von großen Schiffen befahren werden. Die deutschen Seehafenbetriebe erwarteten deshalb von der Bundesregierung ein „schlüssiges Konzept mit Zeitplan zur Sicherung der Funktions- und Leistungsfähigkeit des Kanals“, sagte Heitmann. Auch die Länder Schleswig-Holstein und Hamburg dringen auf die überfällige Sanierung und den zügigen Ausbau des Kanals.

Die deutsche Seehafenwirtschaft geht weiterhin von einem deutlichen Wachstum des Güterumschlags in den deutschen Nord- und Ostseehäfen aus. „Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur in Norddeutschland wird daher immer dringender“, sagte Heitmann. Die Kapazitäten der Hinterlandanbindungen reichten nicht aus, die Wachstumschancen der hiesigen Häfen zu nutzen. Als Beispiel für notwendige Maßnahmen nannte er den Ausbau der Eisenbahnknoten Hamburg, Bremen und Hannover sowie die Y-Trasse.

Außerdem erwartet der ZDS, dass sich der Bund an der Finanzierung der Hafeninfrastruktur zum Ausbau der Offshore-Windenergie beteiligt. Die Energiewende sei eine nationale Aufgabe und werde ohne die Offshore-Windenergie nicht gelingen, warnte Heitmann. Ein gemeinsames Gesprächsforum der zuständigen Bundesministerien, norddeutschen Länder und Seehafenwirtschaft soll seinen Angaben zufolge in Kiel eingerichtet werden.

dpa

Kommentare