Leichenbergung auf den Philippinen

Deutsche Vulkanopfer starben eng umschlungen

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Foto: Nach dem Ausbruch des Vulkans Mayon sind die Leichen der fünf Todesopfer geborgen worden. Mittlerweile hat sich der Vulkan wieder beruhigt.

Manila - Zwei Tage nach der schweren Dampfgasexplosion am Vulkan Mayon sind die Leichen der fünf Toten geborgen worden. Zwei der deutschen Opfer wurden eng umschlungen gefunden.

Die fünf Todesopfer der Dampfgasexplosion am Vulkan Mayon auf den Philippinen sind am Donnerstag geborgen worden. Darunter waren drei Deutsche. Zwei der deutschen Opfer wurden in enger Umarmung gefunden, berichtete der Veranstalter, der ihre Bergtour organisiert hatte. Sie müssten versucht haben, sich gemeinsam vor herabstürzenden Geröll zu schützen. Die Leichen sollen im Land obduziert werden. Die Behörden prüften, ob Bergwanderungen am Mayon ganz verboten werden sollen, sagte der Gouverneur der Provinz Albay, Joey Salceda. Der Mayon ist der aktivste Vulkan der Philippinen. Er war zuletzt Ende 2009 ausgebrochen.

Die Bergsteiger waren am Dienstag beim Abstieg von dem knapp 2500 Meter hohen Gipfel, als eine gewaltige Explosion Rauch und Asche, aber auch Geröll in die Luft schleuderte. Die Kletterer wurden von den heißen Gesteinsbrocken wahrscheinlich erschlagen, wie einer der Wanderführer berichtete. Er konnte sich in Sicherheit bringen.

„Wir gingen ganz langsam und vorsichtig, weil dichter Nebel herrschte“, sagte der verletzte Bergführer Kenneth Jesalva, der mit den Deutschen unterwegs war, der Zeitung „Philippine Star“. „Dann haben die Gesteinsbrocken uns plötzlich erfasst.“ Außer den drei Deutschen kamen eine Spanierin und ein einheimischer Bergführer ums Leben. Rund ein Dutzend weiterer Wanderer wurde verletzt.

Regen und Nebel hatte die Bergungsaktion zwei Tage lang behindert. „Die Hänge sind sehr rutschig“, sagte Tourorganisator Marti Calleja. Zudem hingen dunkle Wolken über den Krater. Großes Glück hatte der als vermisst geltende Thailänder Boonchai Jattuporngong. Der 35-jährige Bergsteiger wurde am Mittwoch rund einen Kilometer vom Krater entfernt entdeckt, sagte ein Mitarbeiter der Rettungsdienste. Der Bergsteiger sei geschwächt und habe sich einen Arm gebrochen, doch sonst sei sein Zustand stabil.

dpa

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