Kalinka-Prozess

Deutscher Arzt in Frankreich wegen Tod der Stieftochter verurteilt

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Der deutsche Mediziner Dieter K. ist wegen des Todes seiner Stieftochter zu 15 Jahren Haft verurteilt worden.

Paris - Der deutsche Mediziner Dieter K. ist wegen des Todes seiner Stieftochter Kalinka erneut zu 15 Jahren Haft verurteilt worden.Das Gericht befand, er habe die 14-Jährige vor 30 Jahren sexuell missbrauchen wollen und ihr eine tödliche Spritze gegeben.

Das Berufungsgericht in Creteil bei Paris hat den deutschen Mediziner Dieter K. nach Angaben französischer Medien am Donnerstag der vorsätzlichen Körperverletzung mit Todesfolge für schuldig befunden. Die Staatsanwaltschaft hatte mindestens 15 Jahre Haft gefordert, der 77-Jährige selbst hatte seine Unschuld beteuert.

Bereits in erster Instanz war der aus Bayern stammende Mann im vergangenen Jahr wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass der Arzt seine Stieftochter sexuell missbrauchen wollte und ihr ein Beruhigungsmittel sowie eine Spritze verabreichte. Infolge der Injektion soll die 14-Jährige dann gestorben sein.

Der Tod Kalinkas liegt 30 Jahre zurück. Der leibliche Vater des Mädchens, André Bamberski, hatte den Mediziner 2009 nach Frankreich verschleppen lassen. Nur deswegen konnte der Stiefvater vor Gericht gestellt werden. Zuvor war die Auslieferung verweigert worden.

dpa/st

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